2012: Wie Windkraft und Photovoltaik die Energiewende in Deutschland vorantrieben
Johanna Peters2012: Wie Windkraft und Photovoltaik die Energiewende in Deutschland vorantrieben
2012 erlebte Deutschland einen deutlichen Schub im Bereich der erneuerbaren Energien: Über 1.000 neue Windkraftanlagen gingen ans Netz. Gleichzeitig blieb die öffentliche Unterstützung für die Energiewende ungebrochen – 82 Prozent der Bürger befürworteten den Umstieg auf saubere Energien. Doch politische und mediale Herausforderungen begannen, den Weg der Wende zu prägen.
Schon 2011 hatte die Regierung die Förderung für Solarenergie gekürzt, indem sie die Einspeisevergütung anpasste. Dennoch stieg die Photovoltaik-Kapazität bis 2012 um 51 Prozent – von 19,3 auf 28,5 Gigawatt. Auch die Windenergie expandierte: 1.008 neue Anlagen fügten dem Stromnetz im selben Jahr 2.439 Megawatt hinzu.
Der politische Widerstand wuchs, als das Wirtschaftsministerium Deutschlands Haltung in der EU-Energierechtgebung beeinflusste. 2013 scheiterte ein Vorstoß, bestimmte Industrien von der Befreiung der Ökostrom-Umlage auszunehmen. Später blockierte die Kanzlerin einen Vorstoß von Energiefalken, die Subventionen weiter kürzen und rückwirkende Steuern auf Erzeuger erneuerbarer Energien erheben wollten.
Zunehmend prägte auch eine negative Medienberichterstattung das Bild der Energiewende in der Öffentlichkeit. Die Energieexpertin Claudia Kemfert argumentierte, dass sich hartnäckige Mythen über die Wende zu einer zusätzlichen Belastung entwickelten. Auch das Wirtschaftsplanungsministerium, geleitet von einem Gegner der Energiewende, bremste den Fortschritt mit.
In dieser Phase erlebte die Energiewende sowohl Fortschritte als auch Rückschläge. Zwar wuchs die Kapazität erneuerbarer Energien deutlich, doch politischer Widerstand und Fehlinformationen schufen Hindernisse. Die Zukunft der Wende hing davon ab, Expansion und politische Stabilität in Einklang zu bringen.
