CDU-Politiker Krings zerpflückt Prostituiertenschutz-Kommission als "realitätsfremd"
Johanna PetersCDU-Politiker Krings zerpflückt Prostituiertenschutz-Kommission als "realitätsfremd"
Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat scharf eine Kommission kritisiert, die die deutschen Prostituiertenschutzgesetze überprüfen soll. Die Expertenrunde war auf Initiative von Bundesfamilienministerin Karin Prien eingerichtet worden, um mögliche Reformen zu prüfen. Krings, der zugleich fraktionsinterner Sprecher für Frauenpolitik der Union ist, äußert massive Zweifel an der Arbeitsweise und Zusammensetzung des Gremiums.
Von Anfang an zeigt sich die CDU/CSU-Fraktion enttäuscht von der Besetzung der Kommission. Krings erklärte, er habe in der Regierungszeit seiner Partei noch nie ein so einseitig zusammengesetztes Gremium erlebt. Zudem warf er der Vorsitzenden vor, fragwürdige Forschungsergebnisse zu verbreiten und diese nun zu verteidigen.
Die Kommission stützt sich auf einen Evaluierungsbericht eines kriminologischen Instituts, dessen Leiter zugleich den Vorsitz der Expertenrunde innehat. Darin heißt es, 25 Prozent der gemeldeten Sexarbeiter:innen verfügten über einen Hochschulabschluss und 80 Prozent seien krankenversichert. Krings wies diese Zahlen als völlig realitätsfremd zurück.
Er argumentiert, die Studie spiegle nur einen kleinen, privilegierten Ausschnitt der Branche wider. Tatsächlich, so Krings, seien nicht mehr als zehn Prozent der Sexarbeiter:innen offiziell registriert. Die Arbeit der Kommission zeichne ein verzerrtes Bild – schließlich seien bundesweit nur 50 Sexarbeiter:innen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.
Krings beharrt darauf, dass die Erkenntnisse der Kommission die tatsächlichen Verhältnisse in der Branche nicht abbilden. Die Herangehensweise und Datenbasis des Gremiums seien fehlerhaft. Seine Kritik unterstreicht die anhaltenden Kontroversen über die Richtigkeit und Ausgewogenheit der geplanten Reformvorschläge.
