07 April 2026, 08:15

"5. September": Wie ein deutscher Film die Geiselnahme von München 1972 neu aufrollt

Goldene Nadel mit "München 1972 Olympische Spiele" Text auf weißem Hintergrund.

"5. September": Wie ein deutscher Film die Geiselnahme von München 1972 neu aufrollt

"5. September" – Ein neuer deutscher Film über die Geiselnahme von München 1972 feiert Kritikerlob

Der neue deutsche Spielfilm 5. September erntet hochgelobte Kritiken für seine packende Darstellung der Geiselnahme während der Olympischen Spiele 1972 in München. Unter der Regie von Tim Fehlbaum verbindet das 91-minütige Drama historische Ereignisse mit scharfer Mediensatire. Seine Premiere feierte der Film Ende August auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig, bevor er in den Kinos der Schweiz, Deutschlands und der USA anlief.

5. September begleitet das Team von ABC Sports, das plötzlich von der Olympischen Berichterstattung in die Live-Reportage über die eskalierende Geiselnahme im Olympischen Dorf wechseln muss. Im Mittelpunkt der Handlung stehen Geoffrey Mason (John Magaro), Marvin Bader (Ben Chaplin), Marianne Gebhardt (Leonie Benesch) und Roone Arledge (Peter Sarsgaard), deren Entscheidungen unter Druck die Spannung zwischen journalistischer Pflicht und ethischen Dilemmata offenlegen.

Als das Chaos zunimmt, senden die Reporter widersprüchliche Updates – die Grenze zwischen Fakten und Fehlinformationen verschwimmt. Masons impulsive Entscheidung, Gebhardt nach Fürstenfeldbruck zu schicken, sowie seine verfrühte Ankündigung einer erfolgreichen Befreiung werden zum Wendepunkt und zeigen die Risiken der Live-Berichterstattung auf. Der Film hinterfragt, wie Bilder die öffentliche Wahrnehmung prägen und ob in der Hektik einer Breaking-News-Lage überhaupt noch Platz für Wahrheit bleibt.

Mit Millionenförderung durch deutsche Filminstitutionen wurde 5. September bereits mit neun Lolas, Deutschlands wichtigstem Filmpreis, ausgezeichnet. Zudem sicherte sich der Film Nominierungen für den Oscar sowie den Golden Globe. Das unter Fehlbaums Führung stehende Produktionsteam zeichnete nicht nur für Regie verantwortlich, sondern schrieb auch das Drehbuch und produzierte den Film – ein intensives Drama, das zugleich als beißende Abrechnung mit der medialen Sensationsgier fungiert.

Nach seiner Venedig-Premiere am 29. August 2024 kam der Film am 7. November in die Schweizer Kinos, am 9. Januar 2025 in die deutschen und am 13. Dezember 2024 in die US-amerikanischen. Die Altersfreigabe ab 12 Jahren unterstreicht, dass der Film schwere Themen aufgreift, ohne auf explizite Gewaltdarstellungen zurückzugreifen.

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5. September ist eine eindringliche Auseinandersetzung mit der Kollision von Journalismus und Moral in der Krise. Sein Erfolg bei Festivals und Preisverleihungen bestätigt die Wirkung auf Publikum und Kritik gleichermaßen. Mit seiner internationalen Veröffentlichung regt der Film weiterhin Debatten über Medienverantwortung und das Erbe des Jahres 1972 an.

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