Agilis übernimmt überraschend Regionalstrecken zwischen Würzburg und Nürnberg
Philipp LangeAgilis übernimmt überraschend Regionalstrecken zwischen Würzburg und Nürnberg
Die Ausschreibung für Regionalzugverbindungen in der Region Großraum Würzburg und Nürnberg endet mit einer überraschenden Entscheidung: Beide Lose gehen an den Regensburger Betreiber Agilis – und nicht, wie erwartet, an die DB-Regio-Tochter. Die Deutsche Bahn prüft nun rechtliche Schritte gegen den Zuschlag.
Die von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) ausgeschriebene Vergabe umfasst zwei Lose im künftigen Netz der Regio-S-Bahn Mainfranken. Los 1 beinhaltet Expressverbindungen: den RE 10 von Würzburg nach Nürnberg über Neustadt an der Aisch, den RE 54 von Frankfurt nach Bamberg über Würzburg und Schweinfurt sowie den RE 55 von Frankfurt nach Würzburg. Los 2 konzentriert sich auf die Regio-S-Bahn-Linien, darunter Strecken von Flieden oder Jossa über Würzburg nach Marktbreit, von Würzburg nach Kitzingen sowie von Würzburg über Schweinfurt nach Bamberg.
Der Vertrag läuft über zwölf Jahre – von Dezember 2029 bis Dezember 2041 – und umfasst jährlich 7,2 Millionen Zugkilometer. Mit dem Zuschlag für Agilis wird die DB-Regio-Tochter die Strecken nicht bedienen, was die bisherigen Erwartungen nach dem Rückzug von National Express aus einer ähnlichen Ausschreibung 2016 umkehrt.
DB Regio hatte 2017 noch den Zuschlag für die S-Bahn Nürnberg erhalten, doch mit dieser aktuellen Vergabe wechseln die Regionalverbindungen zwischen Nürnberg und Würzburg zu Agilis. Das Unternehmen kündigte an, rechtliche Optionen zu prüfen.
Ab Ende 2029 wird Agilis zentrale Regionalstrecken übernehmen und die von DB Regio geplanten Leistungen ersetzen. Der Vertrag umfasst über ein Jahrzehnt Millionen von Zugkilometern und gestaltet den regionalen Schienenverkehr neu. Mit Annäherung des Übergangs könnten weitere juristische Schritte von DB Regio folgen.