Aldi und Lidl senken Fleischpreise – Bauern kämpfen um ihre Existenzgrundlage
Emil KrügerAldi und Lidl senken Fleischpreise – Bauern kämpfen um ihre Existenzgrundlage
Deutschlands große Lebensmittelketten senken Preise für Fleisch und Wurst – Bauern protestieren gegen sinkende Erlöse
Nach den jüngsten Preissenkungen bei Milch haben Deutschlands führende Supermarktketten nun auch die Preise für Fleisch- und Wurstware gesenkt. Vor allem Discounter wie Aldi und Lidl gehen mit Rabatten voran – bei manchen Produkten um bis zu 50 Cent. Die Maßnahme fällt in eine Phase anhaltender Proteste der Landwirte, die über schrumpfende Gewinne und geringe Erträge aus dem Einzelhandel klagen.
Die Preiskürzungen begannen Anfang Januar 2026, als die Kette Norma Wurstwaren um bis zu 10 Prozent verbilligte. Kurz darauf zogen Aldi Nord und Aldi Süd nach und führten dauerhafte Rabatte auf rund 20 Wurstartikel ein. Auch Lidl beteiligte sich und senkte die Preise für Rindfleischprodukte um bis zu 50 Cent pro Stück.
Die Landwirte reagieren verärgert, da ihr Anteil am Verkaufspreis weiterhin gering bleibt. Von einem Kilo Fleisch, das im Handel für 10 Euro verkauft wird, erhalten sie nach Verarbeitung, Transport und Handelsaufschlägen typischerweise nur etwa 3 Euro. Bei Geflügel und Premium-Rindfleisch fällt ihr Verdienst noch niedriger aus. Die Proteste spitzten sich bereits im Dezember 2025 zu, als Landwirte Verteilzentren von Lidl blockierten – ausgelöst durch den drastischen Preisverfall bei Milch und Butter.
Neben den Preisanpassungen passen die Händler auch ihre Tierwohlstandards an. Aldi Süd wird bis Mitte Januar 2026 frisches Fleisch aus der niedrigsten Haltungsform (Haltungsform 1) aus dem Sortiment nehmen. Lidl plant hingegen, bis zum selben Jahr mindestens 33 Prozent seines frischen Geflügelangebots aus höheren Tierwohlstufen zu beziehen.
Während die Preissenkungen Verbrauchern entlasten sollen, stehen die Landwirte weiterhin unter finanziellen Druck. Angesichts der bereits laufenden Proteste bleibt die Kluft zwischen den Handelsrabatten und den Erzeugerpreisen ein zentrales Konfliktfeld. Zudem könnte die Umstellung auf höhere Tierwohlstandards in den kommenden Jahren die Lieferketten grundlegend verändern.