Alte Handys retten die Umwelt: Wie Bayern aus Elektronikschrott Fördergelder macht
Philipp LangeAlte Handys retten die Umwelt: Wie Bayern aus Elektronikschrott Fördergelder macht
Bayerische Initiative "HandyAktion Bayern" verwandelt alte Handys in Fördergelder für Umweltprojekte
Mit der bayerischen Aktion HandyAktion Bayern werden ausrangierte Mobiltelefone zu einer Finanzierungsquelle für Umweltinitiativen. Die Kampagne recycelt alte Geräte und unterstützt gleichzeitig Bildungsprogramme in Liberia, El Salvador sowie bayerische Kindergärten vor Ort. Nach Angaben der Organisatoren leistet das Projekt zudem einen Beitrag zur Bekämpfung globaler Ungleichheiten, die mit der Produktion und Entsorgung von Elektronik verbunden sind.
Verantwortlich für die Initiative sind Mission EineWelt, das IT-Unternehmen JuRec sowie das Sammelsystem Freddy Datenfresser. Bürgerinnen und Bürger können alte Handys, Tablets und Smartphones an festgelegten Annahmestellen abgeben – darunter auch in der Zentralbibliothek am Haidplatz. Bevor die Geräte weiterverarbeitet werden, werden sämtliche persönlichen Daten gemäß strenger Datenschutzvorgaben sicher gelöscht.
Funktionstüchtige Geräte werden generalüberholt und wiederverwendet, defekte Modelle fachgerecht demontiert. Wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber, Kupfer, Platin und Palladium werden extrahiert und dem Kreislauf zugeführt. Nicht wiederverwertbare Bestandteile werden umweltverträglich entsorgt, um die ökologische Belastung so gering wie möglich zu halten.
Bis März 2026 hatte das Modell bereits 47 Städte und Gemeinden außerhalb Bayerns dazu bewegt, ähnliche Sammelaktionen ins Leben zu rufen. Zudem fließen die Erlöse in das Projekt "Eine Welt KiTa: fair und global", das sich für Nachhaltigkeitsbildung in bayerischen Kindertageseinrichtungen einsetzt.
Die durch HandyAktion Bayern zurückgewonnenen Materialien und Spenden kommen direkt Umweltbildungsprojekten im In- und Ausland zugute. Da immer mehr Regionen das System übernehmen, wächst die Initiative stetig weiter. Ihr doppelter Fokus – auf Recycling einerseits und die Sensibilisierung für faire Produktionsbedingungen in der Elektronikbranche andererseits – bleibt dabei zentraler Bestandteil ihrer Arbeit.






