20 January 2026, 10:28

Automobilindustrie atmet auf: Lieferketten im Dezember deutlich entspannt

Ein detailliertes Schema eines Automotors mit beschrifteten Komponenten, begleitet von dem Text "Deutsches Patent 890,000,000 - Schematics of the Engine".

Materialknappheit lässt nach - insbesondere in der Automobilindustrie - Automobilindustrie atmet auf: Lieferketten im Dezember deutlich entspannt

Deutschland's industrielle Lieferketten zeigten Ende 2025 deutliche Verbesserungen – vor allem in der Automobilindustrie. Eine entscheidende Rolle spielte dabei die Entspannung im Streit um den Chiphersteller Nexperia. Andere Sektoren wie die Pharmaindustrie und die Elektronikbranche kämpfen jedoch weiterhin mit erheblichen Störungen.

In der Automobilindustrie gingen die Lieferengpässe stark zurück: Im Dezember meldeten nur noch 5,6 % der Unternehmen Probleme – ein deutlicher Rückgang gegenüber 27,6 % im November. Dieser Fortschritt folgte auf die Lockerung des chinesischen Exportverbots für Chips von Nexperia, einem zentralen Zulieferer. Zwar bleibt der übergeordnete Konflikt ungelöst, doch die teilweise Entspannung half, die Produktionslinien zu stabilisieren.

Das niederländische Wirtschaftsministerium hatte sich bereits im Herbst 2025 eingeschaltet und Bedenken wegen möglicher Technologietransfers nach China geäußert. Die Intervention zielte darauf ab, Nexperias Geschäftsbetrieb zu schützen – was indirekt auch die Erholung der deutschen Automobilindustrie unterstützte.

Andere Branchen blieben hingegen unter Druck. In der Pharmazie stiegen die Störungsquoten im vierten Quartal auf 28 % (Vorquartal: 22 %), in der Elektronikbranche lagen sie bei 25 %, im Bausektor bei 23 %, wie aus Berichten des DIHK und des ifo-Instituts hervorgeht. Einige Bereiche schnitten jedoch besser ab: Bei Elektroausrüstungen (12,2 %), in der Chemieindustrie (7,1 %) und im Maschinenbau (6,7 %) gab es leichte Verbesserungen.

Insgesamt sanken die Beschaffungsschwierigkeiten im Dezember auf 7,5 % – ein Rückgang um 3,7 Punkte gegenüber November. Die Daten deuten auf eine gemischte, aber allmählich positive Entwicklung für die deutsche Industrie hin.

Die Erholung der Automobilindustrie zeigt, wie gezielte Maßnahmen – etwa die Beilegung des Nexperia-Streits – Lieferkettenengpässe lindern können. Doch die anhaltenden Probleme in Pharmazie, Elektronik und Bauwesen machen deutlich, dass eine breite Stabilisierung noch aussteht. Die aktuellen Zahlen spiegeln vorsichtigen Optimismus wider – bei anhaltenden wirtschaftlichen Anpassungsprozessen.