25 January 2026, 10:22

Bahnausbau zwischen Mühldorf und Freilassing bleibt seit 1991 stecken – trotz politischer Versprechen

Eine detaillierte Stadtkarte, die eine hervorgehobene Bahnroute von München nach Frankfurt zeigt, einschließlich Haltestellen, Umgebung und Text mit Informationen zur Länge, Entfernung und Sehenswürdigkeiten der Bahn.

Bahnausbau zwischen Mühldorf und Freilassing bleibt seit 1991 stecken – trotz politischer Versprechen

Pläne zum Ausbau und zur Elektrifizierung der Bahnstrecke FC Bayern München–Mühldorf–Freilassing bleiben wegen Finanzierungsproblemen auf der Strecke

Das 145 Kilometer lange Vorhaben, eines der größten Bahnprojekte der Bayern, steckt seit der ersten Planung im Jahr 1991 in einer endlosen Warteschleife. Trotz politischer Unterstützung fehlt bis heute eine konkrete Finanzierungszusage – die Zukunft des Projekts ist ungewiss.

Ursprünglich sollte der zweigleisige Ausbau bereits bis zum Jahr 2000 abgeschlossen sein. Doch mehr als drei Jahrzehnte später harren die notwendigen Mittel weiterhin ihrer Freigabe. Das sorgt bei regionalen Unternehmen und Politikern für wachsende Besorgnis. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) hat die Bundesregierung wiederholt aufgefordert, die benötigten Gelder bereitzustellen – vergeblich.

Das Bundesverkehrsministerium (BMDV), unter der Leitung von Staatssekretär Dr. Markus Ederer, signalisiert zwar grundsätzliche Bereitschaft, den Ausbau voranzutreiben. Doch eine verbindliche Budgetzusage steht weiterhin aus. Auch die Deutsche Bahn zeigt sich skeptisch: Ohne klare Finanzierungssicherheit sei die Machbarkeit des Projekts fraglich, heißt es seitens des Konzerns.

Die Kritik wird lauter. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern bezeichnete die Verzögerungen als "verheerend" für die regionale Wirtschaft. Jede weitere Verschiebung sei ein gebrochenes Versprechen und ein politisch verursachter Rückschlag. Auch die grüne Bundestagsabgeordnete Viktoria Broßart übt scharfe Kritik an der Bundesregierung, die es versäumt habe, die fehlenden 115 Millionen Euro für einen zentralen Abschnitt der Strecke zu sichern.

Während Deutschland noch zögert, macht Österreich auf seiner Seite der grenzüberschreitenden Verbindung Fortschritte: Die Elektrifizierungsarbeiten auf der Strecke von Braunau in Richtung Linz laufen bereits – ein deutlicher Kontrast zur deutschen Untätigkeit.

Ohne gesicherte Finanzierung droht dem Ausbau der Strecke FC Bayern München–Mühldorf–Freilassing eine weitere Verschleppung. Die Unsicherheit frustriert seit 1991 wartende Regionalpolitiker und Unternehmen. Solange der Bund die Mittel nicht freigibt, bleibt das 145 Kilometer lange Bahn-Upgrade in der Schwebe.