01 February 2026, 18:29

Bamberger Grünen setzen auf Fränkisch und Mehrsprachigkeit im Wahlkampf

Ein altes Deutschland-Karte mit den Provinzen Bayern hervorgehoben, gefüllt mit detaillierten Texten über die Region.

Bambergs Grüne übersetzen Wahlprogramm ins Fränkische - Bamberger Grünen setzen auf Fränkisch und Mehrsprachigkeit im Wahlkampf

Die Bamberger Grünen präsentieren ihr Wahlprogramm auf Fränkisch – und setzen auf Mehrsprachigkeit

Die Grünen in Bamberg haben ihr Wahlprogramm in fränkischem Dialekt veröffentlicht, um die lokale Bevölkerung besser zu erreichen. Gleichzeitig bietet die Partei nun gekürzte Fassungen ihres vollständigen Manifests auf Englisch, Russisch, Arabisch, Türkisch und in Leichter Sprache an. Mit diesem Schritt sollen Sprachbarrieren abgebaut und die politischen Inhalte für alle Einwohnerinnen und Einwohner zugänglicher gemacht werden.

Das Programm nutzt typisch fränkische Begriffe wie Schwammschdoddbrindsieb (Schwammstadt) für das Hochwassermanagement oder Glimaschuds für Klimaschutz. Weitere zentrale Punkte sind die Mobbilidaäd (Verkehrswende), Sodsiools (soziale Gerechtigkeit) sowie Vorschläge für Balkong-Solaranloong (Balkon-Solaranlagen) an Privathäusern. Zudem schlägt die Partei vor, Foddovoldaig-Anloong (Photovoltaikanlagen) auf kommunalen Gebäuden zu installieren und Ratsversammlungen per modärns Dseuch (moderne digitale Tools) im Indänedd (Internet) zu übertragen.

Die Co-Vorsitzende Michaela Reimann betonte, dass die Übersetzungen den Wählerinnen und Wählern helfen sollen, fundierte Entscheidungen zu treffen. Die Strategie geht über Sprache hinaus: Sie umfasst auch praktische Anliegen, etwa die Kritik an E-Scooter-Fahrern, die ihre Gefährte einfach mitten auf dem Weg abstellen – ein richtiger Ärgernis, wie es heißt.

Während fränkischer Dialekt in der Bundespolitik selten ist, setzen regionale Parteien wie die Bayernpartei und die AfD seit den 2010er-Jahren in Rheinland-Pfalz und Hessen auf lokale Mundarten. Auch CDU und CSU greifen in Bayern gelegentlich zu dialektalen Elementen für Kommunalwahlen, doch eine flächendeckende Nutzung über Franken hinaus hat sich nicht durchgesetzt.

Mit dem doppelten Ansatz – Dialekt und mehrsprachige Zusammenfassungen – zielen die Grünen auf regionale Identität und Inklusion ab. Durch die Verbindung traditioneller Begriffe mit modernen politischen Themen hofft die Partei, ein breiteres Wählerpublikum anzusprechen. Die übersetzten Materialien sind rechtzeitig vor den anstehenden Wahlen verfügbar.