Bayerische Bierbranche stürzt 2025 in die tiefste Krise seit Jahrzehnten
Philipp LangeBayerische Brauer in Not - Empörung über 'Alkoholpolitik' - Bayerische Bierbranche stürzt 2025 in die tiefste Krise seit Jahrzehnten
Bayerische Bierbranche erleidet 2025 drastischen Einbruch
Die bayerische Bierwirtschaft verzeichnete 2025 einen deutlichen Rückgang: Der Absatz sank um mehr als fünf Prozent auf 22,5 Millionen Hektoliter. Erstmals fiel die Zahl der Brauereien in der Region unter 600. Branchenvertreter machen Gesundheitskampagnen und veränderte Konsumgewohnheiten für den Niedergang verantwortlich.
Der Einbruch ist Teil eines langfristigen Trends beim Bierkonsum in Deutschland. Lag der Pro-Kopf-Verbrauch 1990 noch bei knapp 143 Litern pro Jahr, sank er bis 2024 auf unter 90 Liter – den niedrigsten Stand seit den Nachkriegsjahren. Auch der Gesamtabsatz in Deutschland ging seit 1990 um über 18 Prozent zurück, von etwa 8,4 Milliarden Litern auf rund 6,9 Milliarden Liter. Experten nennen strengere Gesundheitsvorschriften, höhere Steuern und Anti-Alkohol-Kampagnen als Hauptgründe. Zudem drücken Fitness-Trends, eine alternde Bevölkerung und die Nachfrage nach alkoholarmen oder -freien Alternativen die traditionellen Bierverkäufe.
Lange konnten bayerische Brauer die schwächelnde Binnennachfrage durch starke Exporte ausgleichen. Doch 2025 brach auch diese Stütze weg, sodass die Verluste die der Corona-Pandemie noch überstiegen.
Kritik an "Dämonisierung" des Bierkonsums
Georg Schneider, Präsident des Bayerischen Brauerbundes, warf Gesundheitsbehörden und Politikern vor, moderaten Alkoholkonsum zu dämonisieren. Besonders kritisierte er die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) für ihre Unterstützung von Initiativen wie dem "Dry January", den er als direkten Angriff auf die Bierkultur wertete. Trotz der Herausforderungen bleibt Schneider – der 2025 zurücktreten will – zuversichtlich und setzt auf Innovation, etwa durch regionale Spezialbiere und neue alkoholfreie Produkte.
Die aktuellen Zahlen bestätigen den steilen Abwärtstrend auf dem bayerischen Biermarkt, wo sowohl Inlandsabsatz als auch Exporte unter Druck geraten sind. Die Brauereien stehen nun vor der Aufgabe, sich an veränderte Geschmäcker anzupassen und gleichzeitig strengere Regulierungen zu bewältigen. Die Zukunft der Branche könnte davon abhängen, ob es gelingt, neue Produkte zu entwickeln und eine breitere Kundschaft anzusprechen.