14 February 2026, 08:37

Bayerische Rhön startet Zertifizierung gegen Lichtverschmutzung und für Artenschutz

Ein Park bei Nacht mit einem beleuchteten Weg, der von Laternen, Bänken, Pflanzen, Gras, Bäumen und einem Fahnenmast mit einer Fahne gesäumt ist, mit Gebäuden und einem Sternenhimmel im Hintergrund.

Bayerische Rhön startet Zertifizierung gegen Lichtverschmutzung und für Artenschutz

Neues Zertifizierungsprogramm in der Bayerischen Rhön: Gegen Lichtverschmutzung und für den Artenschutz

In der Bayerischen Rhön ist ein neues Zertifizierungsprogramm gestartet, das Lichtverschmutzung bekämpfen und die Tierwelt schützen soll. Die Initiative "Lichtbewusst" wurde vom UNESCO-Biosphärenreservat Rhön und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Würzburg-Schweinfurt ins Leben gerufen. Sie zeichnet Unternehmen aus, die verantwortungsvolle Beleuchtungskonzepte im Außenbereich umsetzen. Laut den Verantwortlichen soll das Vorhaben nächtliche Ökosysteme schützen und gleichzeitig Energieeffizienz sowie Nachhaltigkeit fördern.

Die Kooperationsvereinbarung unterzeichneten das Bayerische Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und die IHK Würzburg-Schweinfurt. Damit folgt die Region einem ähnlichen Programm, das bereits im hessischen Teil der Rhön unter Leitung der IHK Fulda läuft. Die Rhön gilt seit Langem als Vorreiter beim Erhalt der natürlichen Dunkelheit und dient als Vorbild für den Schutz nächtlicher Lebensräume.

Die Zertifizierung richtet sich an Betriebe, die durch praktische Maßnahmen Lichtemissionen reduzieren. Dazu gehören die Ausrichtung von Leuchten nach unten, die Installation von Bewegungsmeldern oder Zeitschaltuhren sowie das Abschalten nicht essenzieller Beleuchtung in der Nacht. Solche Schritte sollen Störungen für nachtaktive Tiere verringern, deren Orientierung, Nahrungssuche und Fortpflanzung durch künstliches Licht beeinträchtigt werden können.

Dr. Doris Pokorny, Leiterin der Bayerischen Verwaltungsstelle, betonte die vielfältigen Vorteile einer verantwortungsvollen Beleuchtung. Diese schütze nicht nur die Artenvielfalt, sondern spare Energie und unterstütze die regionalen Nachhaltigkeitsziele. Philipp Vögele aus demselben Amt wird Unternehmen technisch beraten und sie durch den Zertifizierungsprozess begleiten.

Dr. Sascha Genders, Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt, hob die wirtschaftlichen Vorteile hervor. Nachhaltigkeit sei ein entscheidender Wettbewerbsfaktor, und die Zertifizierung biete lokalen Firmen ein praktisches Instrument. Stand Februar 2026 liegen noch keine öffentlichen Daten vor, wie viele Unternehmen sich beworben oder zertifizieren lassen haben. Interessierte können sich jedoch an die Zertifizierungsstelle oder den regionalen Tourismusverband wenden, um aktuelle Informationen zu erhalten.

Die "Lichtbewusst"-Zertifizierung steht nun allen Betrieben in der Bayerischen Rhön offen. Unternehmen, die die Maßnahmen umsetzen, leisten einen Beitrag zur Reduzierung von Lichtverschmutzung und unterstützen gleichzeitig die ökologischen und energietechnischen Ziele der Region. Das Programm unterstreicht die Vorreiterrolle der Rhön beim Schutz natürlicher Nachlandschaften.