Bayern hat Deutschlands niedrigste Pflegequote – doch die Zahlen überraschen
Lotta SchulteBayern hat Deutschlands niedrigste Pflegequote – doch die Zahlen überraschen
Bayern verzeichnet die niedrigste Pflegequote Deutschlands – nur 4,7 Prozent der Bevölkerung sind auf Unterstützung angewiesen. Dieser Wert liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 6,72 Prozent. Trotz der geringeren Quote belegt der Freistaat jedoch mit über 630.000 Pflegebedürftigen den zweiten Platz bei den absoluten Zahlen.
Stand 31. Dezember 2023 waren in Bayern 631.273 Menschen in die Pflegegrade 1 bis 5 eingestuft. Bei einer Einwohnerzahl von rund 13,2 Millionen entspricht dies einer Pflegequote von 4,7 Prozent – die niedrigste aller Bundesländer. Sachsen-Anhalt weist hingegen die höchste Pflegequote bundesweit auf.
Die Verteilung der Pflegegrade in Bayern zeigt ein charakteristisches Muster: Am häufigsten ist Pflegegrad 2 mit 39,2 Prozent der Leistungsbezieher. Pflegegrad 1 umfasst 0,8 Prozent, Pflegegrad 3 1,3 Prozent, Pflegegrad 4 0,5 Prozent und Pflegegrad 5 0,2 Prozent. Im Vergleich zum Bundestrend gibt es in Bayern weniger Menschen in den mittleren Stufen (2 bis 4), dafür leicht mehr in den höchsten und niedrigsten Kategorien.
Aktuell können Pflegebedürftige in Bayern über das Landespflegegeld zusätzliche finanzielle Unterstützung erhalten. Diese Zusatzleistung soll jedoch ab 2026 schrittweise reduziert werden.
Bundesweit steigt die Zahl der Pflegebedürftigen aufgrund des demografischen Wandels kontinuierlich an. Ende 2023 waren in Deutschland 5,7 Millionen Menschen in die Pflegegrade 1 bis 5 eingestuft – das entspricht einer Pflegequote von 6,72 Prozent. Bayern bleibt bei den absoluten Zahlen auf Platz zwei, hinter Nordrhein-Westfalen.
Mit einer Pflegequote von 4,7 Prozent liegt Bayern zwar bundesweit an letzter Stelle, dennoch ist die Zahl der Unterstützungsbedürftigen hoch. Die Verteilung der Pflegegrade weicht leicht vom Bundesschnitt ab, mit mehr Betroffenen in den höchsten und niedrigsten Stufen. Angesichts der geplanten Kürzungen ab 2026 steht das System vor Anpassungen.