Bayern sucht unumstrittene Namenspaten für Straßen und Schulen – wer kommt auf die Liste?
Philipp LangeWelche Vorbilder die Bayern mit Straßennamen ehren wollen - Bayern sucht unumstrittene Namenspaten für Straßen und Schulen – wer kommt auf die Liste?
Bayern startet Initiative für unumstrittene Namenspaten: Wer soll Straßen, Plätze und Schulen zieren?
In Bayern läuft derzeit eine neue Kampagne, um eine Liste angesehener Persönlichkeiten zu erstellen, deren Namen künftig Straßen, Plätze und Schulen würdevoll schmücken könnten. Ziel ist es, Streitigkeiten zu vermeiden, indem der Fokus auf unumstrittene Vorbilder gelegt wird, deren Leistungen mit Stolz gewürdigt werden können. Bis Ende März sind nun alle Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, ihre Vorschläge einzureichen.
Federführend bei der Aktion ist der Bayerische Landesverein für Heimatpflege, der nach Personen sucht, die sich in besonderer Weise um die bayerische Demokratie verdient gemacht haben. Bereits wurden über 140 Namen eingereicht – von politischen Persönlichkeiten bis hin zu kulturellen Ikonen. Manche Vorschläge, wie die Comicfigur Pumuckl oder die Volksfigur Monaco Franze, dürften es allerdings kaum in die endgültige Auswahl schaffen.
Eine dreiköpfige Historikerkommission wird alle Einreichungen prüfen. Ihre Aufgabe besteht darin, eine „positive Liste“ mit Ehrenträgern zu erstellen, auf die Kommunen ohne Bedenken zurückgreifen können. Die finale Auswahl soll bis zum nächsten Sommer dem Bayerischen Städtetag und Gemeindebund präsentiert werden. Zu den ernsthaften Anwärtern zählen etwa Ernestine Reuter, Alois Hundhammer oder die Widerstandsgruppe Weiße Rose. Weitere prominente Kandidaten sind der ehemalige Münchner Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel, die Politikerin Barbara Stamm, der bayerische Ministerpräsident Wilhelm Hoegner, die Bäuerin und Autorin Anna Wimschneider sowie der Fußballspieler Franz Beckenbauer. Jede Kommune entscheidet anschließend selbstständig, welche Namen sie für örtliche Straßen oder öffentliche Plätze übernimmt.
Bis Mitte 2025 soll eine verbindliche, konsensfähige Liste vorliegen. Sobald diese feststeht, können Städte und Gemeinden in ganz Bayern daraus schöpfen, um künftige Straßenschilder oder Widmungen zu gestalten. Das Verfahren soll Entscheidungen erleichtern und Diskussionen über umstrittene historische Persönlichkeiten eindämmen.