05 January 2026, 08:22

Bayern wird zum Pionier der Energiewende mit 800 Megawatt neuen Stromspeichern

Ein Laptop mit mehreren Kabeln auf einem Tisch und einem Banner links daneben.

Bayern wird zum Pionier der Energiewende mit 800 Megawatt neuen Stromspeichern

Bayern treibt die Pläne zum Ausbau großflächiger Energiespeicher voran und will damit seine Rolle bei der deutschen Energiewende stärken. Beim jüngsten Bayerischen Netzgipfel kündigten Landesvertreter und Energieunternehmen wichtige Maßnahmen an, um Netzanschlüsse zu beschleunigen und die Speicherkapazitäten auszubauen.

Der Netzbetreiber Bayernwerk Netz wird ab Oktober Anschlussangebote für 800 Megawatt Speicherkapazität versenden. Dieser Schritt folgt einer wachsenden Nachfrage und einem Aufruf von Ministerpräsident Markus Söder, Genehmigungsverfahren zu vereinfachen und neue Regulierungsbehörden für den Netzzugang einzuführen.

Der Anstieg der Speicherprojekte kommt zu einer Zeit, in der Bayernwerk mit einer Rekordzahl an Anschlussanfragen konfrontiert ist. Geschäftsführer Leo Westphal erklärte, das Unternehmen wolle Bayern zu einem "Speicherland" machen – bereits sind rund 1.000 Megawatt großflächiger Speicher in seinem Netz angemeldet. Allerdings können nicht alle Anlagen sofort angeschlossen werden, wie Nick Seeger aus der Bayernwerk-Führung betonte, da technische und wirtschaftliche Hürden bestehen.

Viele der geplanten Speichersysteme werden auf Batterien des bayerischen Herstellers Fenecon setzen. Das Unternehmen betreibt in Iggensbach die CarBatteryReFactory, wo es neue und gebrauchte Elektroauto-Batterien zu Großspeichern umfunktioniert. Fenecon-Chef Franz-Josef Feilmeier unterstrich, dass eine dezentrale Energiewende flexible Netznutzungsverträge und schnellere Anschlussangebote erfordere.

Die neue Strategie der Landesregierung passt zu Fenecons Ansatz, der sich auf Speicherlösungen für Solarparks und Industrieanlagen konzentriert. Auch die jüngsten Gespräche am Runden Tisch Speicher und Verteilnetze signalisierten Unterstützung für bessere Rahmenbedingungen netzdienlicher Speicher. Fenecon begrüßte diese Entwicklungen als entscheidend, um die Kapazitäten in ganz Bayern auszubauen.

Die erste Welle der Anschlussangebote startet im Oktober und zielt auf 800 Megawatt Speicherkapazität ab. Bei Erfolg könnte die Initiative Engpässe im Netz verringern und Bayerns Umstieg auf erneuerbare Energien beschleunigen. Die Zusammenarbeit zwischen Bayernwerk, Fenecon und der Landesregierung markiert einen konkreten Schritt zur stärkeren Integration von Speichern in das regionale Stromsystem.