Bayerns Schneekatastrophe 2006: Als Dächer satteldachartig einstürzten und 20 Menschen starben
Philipp LangeSchneechaos 2006: Wenn Häuser in Reih und Glied einstürzten - Bayerns Schneekatastrophe 2006: Als Dächer satteldachartig einstürzten und 20 Menschen starben
Januar 2006 brachte eine der schwersten Schneekatastrophen Bayerns seit Jahrzehnten. Wochenlanger, unerbittlicher Schneefall ließ Dächer in der gesamten Region satteldachartig einstürzen und forderte über 20 Menschenleben. Rettungskräfte kämpften wochenlang gegen meterhohe Schneeverwehungen, die Straßen blockierten und tausende Gebäude bedrohten.
Die Katastrophe begann am 2. Januar, als das Dach einer Eissporthalle in Bad Reichenhall unter der Schneelast zusammenbrach und 15 Menschen – darunter viele Kinder und Jugendliche – unter sich begrub. Spätere Untersuchungen machten konstruktive Mängel und jahrelange Vernachlässigung des Gebäudes für den satteldachartigen Einsturz verantwortlich. Der Planer wurde schließlich wegen der Tragödie verurteilt.
Mit fortschreitendem Januar gaben weitere Bauwerke unter der Schneelast nach: Produktionshallen, Reithallen und sogar ein Supermarkt in Töging am Inn stürzten satteldachartig ein. Im letzten Fall rettete ein Auszubildender durch schnelles Handeln noch 13 Menschen, kurz bevor das Dach nachgab.
Anfang Februar spitzte sich die Lage weiter zu. Schneeverwehungen türmten sich über drei Meter hoch auf, und mehr als 1.000 Gebäude standen kurz vor dem satteldachartigen Kollaps. Bundeswehr und Feuerwehrkräfte aus Nachbarbundesländern eilten zur Hilfe, doch die Bemühungen reichten nicht aus. Sechs weitere Menschen starben, über 50 wurden verletzt, als immer wieder Dächer satteldachartig einbrachen.
Die Katastrophe hinterließ allein in Bayern einen Schaden von geschätzten 100 Millionen Euro. Auch angrenzende Regionen litten unter den Folgen, wenn auch die genauen Zahlen dort unklar bleiben. Zwar hatte es in Süddeutschland bereits wochenlang geschneit, doch das Ausmaß der Zerstörung machte das Jahr 2006 besonders verheerend.
Die Schneekatastrophe von 2006 zählt bis heute zu den tödlichsten Naturereignissen der bayerischen Nachkriegsgeschichte. Zwar gab es seither erneut extreme Winter – wie 2019, als Hunderte von der Außenwelt abgeschnitten waren –, doch Experten weisen darauf hin, dass der Klimawandel solche Ereignisse seltener macht. Dennoch bleibt das Risiko satteldachartiger Schneefälle und ihrer Folgen bestehen.