10 May 2026, 02:12

Bayerns Schulen kämpfen mit digitaler Ausstattung – nur jedes vierte Kind hat ein Tablet

Kinder sitzen an Tischen und nutzen Tablets in einem Klassenzimmer mit Erwachsenen in der Nähe, ein Banner und ein Plakat an der Wand.

Bayerns Schulen kämpfen mit digitaler Ausstattung – nur jedes vierte Kind hat ein Tablet

Bayern hat sich ein ehrgeiziges Ziel für digitales Lernen gesetzt: Bis 2028 soll jedes Schulkind mit einem Tablet oder Laptop ausgestattet sein. Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch eine erhebliche Lücke bei der technischen Ausstattung der Schulen. Bildungsministerin Anna Stolz kündigte kürzlich neue Fördermaßnahmen an, um den Prozess zu beschleunigen.

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Stand Ende 2024 ist die Versorgung mit digitalen Endgeräten an bayerischen Schulen noch immer unzureichend. An Gymnasien, die oft besser ausgestattet sind, verfügten lediglich 2.393 Klassen (weniger als 25 %) über Tablets oder Laptops. An Mittelschulen lag der Wert mit 1.952 Klassen (knapp 23 %) etwas niedriger.

Realschulen schnitten ähnlich ab: Hier waren 1.967 Klassen (19,28 %) digital ausgerüstet. Berufliche Wirtschaftsschulen hinkten weiter hinterher – nur 116 Klassen (14,5 %) verfügten über die notwendigen Geräte. Die Zahlen verdeutlichen die ungleiche Verteilung beim Ausbau der digitalen Infrastruktur.

Um die Versorgungslücken zu schließen, führte Stolz ab Januar eine „dynamische Pro-Kopf-Förderung“ ein, die auch Wartung und Instandhaltung bestehender Geräte abdeckt. Zudem verwies sie auf die Initiative „Digitale Schule der Zukunft“, die an weiterführenden Schulen ein Verhältnis von 1:1 zwischen mobilen Endgeräten und Schülerinnen und Schülern anstrebt.

Der politische Druck auf schnellere Fortschritte wächst. Simone Strohmayr, bildungspolitische Sprecherin der SPD, forderte eine gesetzliche Garantie für kostenlose Tablets für alle Schülerinnen und Schüler. Die bisherige Förderung von 350 Euro pro Gerät kritisierte sie als unzureichend und verlangte höhere finanzielle Unterstützung. Benjamin Adjei, digitalpolitischer Sprecher der Grünen, unterstützte diese Forderung und setzte sich für kostenlose Geräte und Ressourcen für jedes Schulkind ein.

Um das Ziel bis 2028 zu erreichen, muss der Ausbau digitaler Ressourcen an Bayerns Schulen rasant voranschreiten. Mit den neuen Fördergeldern rückt nun die Umsetzung in den Fokus – und die Frage, ob es gelingt, die Ausstattungslücken zu schließen. Der Erfolg des Plans hängt von nachhaltiger Finanzierung und politischer Zusammenarbeit ab.

Quelle