06 February 2026, 08:31

Bayerns Streit um Feiertage und Arbeitszeiten eskaliert zwischen Wirtschaft und Gewerkschaften

Ein Plakat mit fetter, schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem schmalen schwarzen Rand, das "Trickle-Down Economics Doesn't Work" behauptet und einen Zitat von Präsident Biden enthält.

Arbeitgeber starten neuen Ansturm auf Mehrarbeit - Bayerns Streit um Feiertage und Arbeitszeiten eskaliert zwischen Wirtschaft und Gewerkschaften

In Bayern hat sich die Debatte über Arbeitszeiten und Feiertage verschärft, nachdem Vorschläge zur Anpassung der Arbeitsregelungen im Namen des Wirtschaftswachstums vorgelegt wurden. Arbeitgeber und Politiker bringen Änderungen ins Spiel, doch die Gewerkschaften bleiben bei der Verteidigung der bestehenden Rechte unnachgiebig.

Ausgelöst wurde die Diskussion, als der Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie (vbm) die Idee aufwarf, einen Feiertag abzuschaffen – ein Vorhaben, das nach massiver Kritik schnell wieder zurückgezogen wurde.

Der vbm-Geschäftsführer Bertram Brossardt argumentierte, dass drei Feiertage, die in diesem Jahr auf ein Wochenende fallen, der Wirtschaft bis zu 0,2 Prozent Wachstum kosten könnten. Statt einen Feiertag zu streichen, schlug der Verband Alternativen vor, etwa den Verzicht auf Urlaubstage oder flexible Anpassungen der Arbeitszeiten.

Markus Söder, Vorsitzender der CSU, brachte einen ähnlichen Vorschlag ein: eine zusätzliche Arbeitsstunde pro Woche, um die Wirtschaft anzukurbeln. Gleichzeitig forderte die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), ein weiterer Arbeitgeberverband, die Abschaffung der täglichen Acht-Stunden-Obergrenze zugunsten einer flexiblen 48-Stunden-Wochenregelung – im Einklang mit den EU-Vorgaben. Brossardt betonte, dass dies Branchen wie Tourismus und Luftfahrt helfen würde, im globalen Wettbewerb bestehen zu können.

Die Gewerkschaften lehnten die Pläne umgehend ab. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Bayern bestand darauf, dass Feiertage, die auf ein Wochenende fallen, auf den nächsten Werktag verlegt werden müssten. Zudem warnten sie, dass Änderungen in Tarifverträgen nur im Rahmen von Verhandlungen und nicht einseitig beschlossen werden dürften.

Brossardt fügte hinzu, dass Teilzeitarbeit zwischen Unternehmen und Beschäftigten ausgehandelt werden solle – und nicht als automatisches Recht gelten dürfe. Angesichts der kompromisslosen Haltung der Gewerkschaften dürfte die Umsetzung solcher Maßnahmen jedoch schwierig werden.

Die Vorschläge zeigen das Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Zielen und Arbeitnehmerrechten. Während Arbeitgeber in flexiblen Regelungen einen Wachstumsmotor sehen, pochen die Gewerkschaften auf den Erhalt der bisherigen Standards. Jede Änderung würde langwierige Verhandlungen zwischen beiden Seiten erfordern.