26 December 2025, 09:38

BMW warnt vor EU-Zöllen auf chinesische E-Autos und plant Produktionsverlagerung

Ein Auto mit darunter genannten Textzitaten.

BMW warnt vor EU-Zöllen auf chinesische E-Autos und plant Produktionsverlagerung

BMW hat sich gegen die geplanten EU-Zölle auf Elektrofahrzeuge (EVs) aus chinesischer Produktion ausgesprochen. Konzernchef Oliver Zipse warnte, die Abgaben würden die Branche in eine "Sackgasse" manövrieren und die Bemühungen zur Reduzierung der CO₂-Emissionen ausbremsen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der das Unternehmen Teile der E-Auto-Produktion bis 2026 nach Großbritannien verlagern will.

Aktuell fertigt BMW bestimmte Elektromodelle wie den iX3 und den MINI Cooper E/SE in China. Diese Fahrzeuge werden jedoch nicht nach Europa exportiert – die Produktion im Werk Shenyang, ein Joint Venture mit Brilliance Auto, bedient vorrangig den heimischen Markt. Modelle wie die 3er- und 5er-Reihe, der X5 sowie Langversionen bleiben ebenfalls für den chinesischen Absatz bestimmt.

Ab 2026 sollen der elektrische MINI Cooper (Dreitürer) und der Aceman stattdessen in Großbritannien gefertigt werden. Dieser Schritt würde EU-Importzölle umgehen und könnte zudem den Zugang zum US-Markt erleichtern. Zipse argumentiert, der vorgeschlagene Zollsatz von 37,6 % auf chinesische E-Autos treffe europäische Hersteller mit Produktion in China ungerechtfertigt hart. BMW könnte aufgrund seiner Kooperation mit chinesischen Partnern jedoch einen ermäßigten Satz von 20,8 % erhalten. Der Vorstandsvorsitzende betonte, dass höhere Kosten durch Zölle die europäischen Klimaziele im Verkehrssektor untergraben würden. Zudem verwies er darauf, dass BMWs aktuelle chinesische Produktion auf die lokale Nachfrage ausgerichtet sei und nicht auf Exporte nach Europa ziele.

Die EU-Zölle könnten BMWs Produktionsstrategie grundlegend verändern und die Fahrzeugpreise in die Höhe treiben. Durch die Verlagerung eines Teils der E-Auto-Fertigung nach Großbritannien will der Konzern Handelsbarrieren umgehen und seine Wettbewerbsfähigkeit wahren. Die endgültigen Auswirkungen hängen davon ab, ob der reduzierte Satz von 20,8 % auf BMWs in China gefertigte Modelle angewendet wird.