05 February 2026, 00:40

Bundesausgaben explodieren: 70 Prozent mehr – doch die Schuldenbremse fällt 2025

Ein Balkendiagramm auf einem weißen Hintergrund vergleicht die Bundesausgaben nach der verlängerten Baseline des CBO mit vergangenen Durchschnitten, unterteilt in Abschnitte, die verschiedene Zeiträume darstellen, mit begleitendem Text.

Bundesausgaben explodieren: 70 Prozent mehr – doch die Schuldenbremse fällt 2025

Deutschlands Bundesausgaben steigen um fast 70 Prozent – Schuldenbremse 2025 ausgesetzt

In den vergangenen zehn Jahren sind die Bundesausgaben Deutschlands um knapp 70 Prozent gestiegen und erreichen 2024 rund 500 Milliarden Euro pro Jahr. Um die wachsende Haushaltslücke zu schließen, setzte die Regierung die Schuldenbremse Anfang 2025 aus und nahm 143 Milliarden Euro an neuen Krediten auf. Dieser Schritt erfolgte, obwohl die Steuereinnahmen – trotz eines Anstiegs um 40 Prozent – mit den steigenden Kosten für Sozialleistungen und den Schuldendienst nicht Schritt halten konnten.

Zwischen 2014 und 2024 kletterten die Bundesausgaben stark in die Höhe, getrieben vor allem durch höhere Sozialausgaben und Zinszahlungen, weniger jedoch durch Inflation, Pandemie-Maßnahmen oder Investitionsprogramme. Trotz des Anstiegs blieben die Mittel für zentrale Bereiche wie Infrastruktur, Verteidigung und Umweltschutz unter dem EU-Durchschnitt. Auch die Bildungsausgaben hinkten hinterher: Mit nur 4,5 Prozent der Wirtschaftsleistung lagen sie deutlich unter den Werten in den nordischen Ländern (6,2 Prozent), den Benelux-Staaten (5,5 Prozent) sowie Österreich oder der Schweiz (5,3 Prozent).

Um die Prioritäten neu auszurichten, strich die Regierung im Rahmen von Reformpaketen Subventionen in Höhe von 35 bis 36,5 Milliarden Euro bei acht großen Förderprogrammen um. Gleichzeitig wurden neue Finanzinstrumente eingeführt, darunter der Sonderfonds für Infrastruktur und Klimaneutralität sowie der Deutschlandfonds, um private Investitionen zu mobilisieren. Zu den konkreten Maßnahmen zählte eine Bundesförderung von 6,5 Milliarden Euro für Netzbetreiber, die 2026 zu sinkenden Netzentgelten führen und Haushalten jährlich etwa 160 Euro ersparen soll. Zudem entfiel ab dem 1. Januar 2026 die Gaslager-Umlage.

Da das Steueraufkommen hinter den Ausgaben zurückblieb, weitete sich die Haushaltslücke weiter aus. Die Aussetzung der Schuldenbremse 2025 ermöglichte neue Kredite in Höhe von 143 Milliarden Euro – mehr, als im selben Jahr für Schuldenrückzahlungen vorgesehen war.

Ziel der Maßnahmen ist es, die Finanzen zu stabilisieren und gleichzeitig Ressourcen in langfristige Investitionen umzulenken. Haushalte profitieren von sinkenden Energiekosten, während neue Fonds Infrastruktur- und Klimaprojekte vorantreiben sollen. Doch die starke Abhängigkeit von Krediten deutet darauf hin, dass der deutsche Haushalt auch in den kommenden Jahren unter Druck bleiben wird.