Chaos im Güterverkehr: Bahn-Sanierung zwischen Nürnberg und Regensburg blockiert wichtige Route
Johanna PetersChaos im Güterverkehr: Bahn-Sanierung zwischen Nürnberg und Regensburg blockiert wichtige Route
Große Sanierung der Bahnstrecke Nürnberg–Regensburg beginnt – Güterverkehr in der Krise
Die umfassende Modernisierung der Bahnstrecke Nürnberg–Regensburg hat begonnen, wodurch Güterzüge auf Umleitungsstrecken ausweichen müssen. Die für sechs Monate geplante Vollsperrung von Februar bis Juli 2026 sollte durch eine Ausweichroute über Würzburg, Ansbach und Treuchtlingen abgemildert werden. Doch technische Pannen haben den Notfallplan ins Chaos gestürzt.
Die Bauarbeiten begannen wie vorgesehen und unterbrechen damit eine der wichtigsten Nord-Süd-Güterverkehrsachsen Deutschlands. Um den Warenfluss aufrechtzuerhalten, hatte die DB InfraGO eine alternative Strecke über Würzburg, Ansbach und Treuchtlingen organisiert, die anschließend nach Ingolstadt und München führen sollte. Diese Route sollte einen kompletten Stillstand des Güterverkehrs verhindern.
Doch ein entscheidendes Stellwerk in Ansbach sprang nicht rechtzeitig an. Ohne dessen Funktionsfähigkeit bleibt die Hauptumleitungsstrecke nur eingeschränkt nutzbar. Der Rückschlag zwingt die Güterverkehrsunternehmen nun, nach Lösungen zu suchen.
Peter Westenberger, Vorsitzender des Bundesverbandes Schienengüterverkehr (BVG), bezeichnete die vollständige Streckensperrung als "Katastrophe". Er kritisierte die Notfallplanung als unzureichend und warnte, dass die reduzierte Kapazität Unternehmen und ihre Kunden stark belasten werde. Verzögerungen und Engpässe, so Westenberger weiter, würden sich weit über Bayern hinaus auswirken.
Bisher gibt es keine Ankündigungen für einen Ausbau der Güterverkehrskapazitäten zwischen Nürnberg und Regensburg. Der Fokus liegt derzeit darauf, während der Sanierungsphase alternative Routen zu finden.
Die Güterzüge müssen nun monatelang mit erheblichen Behinderungen rechnen, während die Strecke Nürnberg–Regensburg instand gesetzt wird. Da die primäre Ausweichroute nur begrenzt funktioniert, bleiben den Betreibern kaum Optionen. Die Folgen für Lieferketten und Logistiknetze dürften weitreichend sein.