04 February 2026, 08:31

Circus SE holt Bundeswehr-Deal – doch die Verluste bleiben

Eine Gruppe von Militärrobotern auf einem Boden umgeben von Koffern und anderen Gegenständen, mit einer Wand und einem Geländer im Hintergrund.

Circus SE holt Bundeswehr-Deal – doch die Verluste bleiben

Münchner KI-Robotikunternehmen Circus SE sichert Großauftrag mit der Bundeswehr

Das in München ansässige KI-Robotikunternehmen Circus SE hat einen bedeutenden Vertrag mit den deutschen Streitkräften abgeschlossen. Die im Januar 2026 bekannt gegebene Vereinbarung markiert den Einstieg des Unternehmens in das Unternehmensregister. Sein CA-1-Roboter soll Bundeswehrsoldat:innen künftig autonom unterstützen – und das ohne feste Dienstpläne.

Trotz dieses Durchbruchs bleibt die finanzielle Lage des Unternehmens herausfordernd. Die Umsatzprognosen für 2026 liegen zwischen 44 und 55 Millionen Euro, doch Verluste werden voraussichtlich anhalten: Das bereinigte EBITDA wird mit 6 bis 8 Millionen Euro im Minus erwartet.

Circus SE sorgte Anfang 2026 mit dem Bundeswehr-Deal für Schlagzeilen. Der für den autonomen Einsatz konzipierte CA-1-Roboter wird Militärangehörige rund um die Uhr entlasten. Der Vertrag katapultiert das Unternehmen über seinen traditionellen Fokus auf die Gastronomie hinaus in den Verteidigungsbereich – ein strategischer Richtungswechsel von großer Tragweite.

Finanziell bleibt der Weg jedoch holprig. Seit dem Börsengang im März 2023stieg der Marktwert des Unternehmens bis Mitte 2024 auf über 1,2 Milliarden Euro, um bis Februar 2026 auf etwa 450 Millionen Euro zu fallen. Konkurrenten wie Kuka (Bewertung: 5 Milliarden Euro) und Festo (3 Milliarden Euro) haben Circus SE überflügelt – nicht zuletzt wegen des langsameren Umsatzwachstums und der Abhängigkeit von noch unerprobter kollaborativer Robotik-Technologie.

Um die Position zu stärken, hat das Unternehmen seine Finanzierungsmöglichkeiten ausgeweitet. Ein neues Level-I-ADR-Programm (gehandelt unter dem Kürzel CCUSY und verwaltet von BNY Mellon) eröffnet US-Investor:innen den Zugang. Zudem ermöglicht eine Leasingpartnerschaft mit der MMV Leasing, einer Tochter der LBBW, flexible Vereinbarungen für seine KI-Robotiklösungen. Die Unternehmensführung rechnet langfristig mit einer verbesserten Profitabilität, getrieben durch höhere Auslieferungsvolumina und wiederkehrende Software-Erträge.

Jüngste Aktienkäufe durch die Nikolas Bullwinkel Beteiligungs UG – ein Unternehmen mit Verbindungen zum Gründer und CEO von Circus SE – deuten auf internes Vertrauen hin. Transaktionen Ende Januar und Anfang Februar 2026 signalisierten trotz Marktturbulenzen weiterhin Rückendeckung.

Der Bundeswehr-Auftrag verschafft Circus SE einen Fuß in der Tür des Verteidigungssektors und diversifiziert das Geschäft über die Gastronomie hinaus. Dennoch bleiben die finanziellen Belastungen bestehen: Trotz Umsatzwachstum werden für 2026 Verluste erwartet. Die Zukunft des Unternehmens hängt davon ab, die Auslieferungen zu steigern, die Software-Erträge zu erhöhen und sich gegen etablierte Konkurrenten wie ABB und Siemens im deutschen Robotikmarkt zu behaupten.