CSU plant radikale Steuerreform: Söder senkt Unternehmenssteuern auf 10 Prozent
Philipp LangeCSU-Forderungen: Senken der Erbschaftsteuer - Abschaffen der Krankschreibung per Anruf - CSU plant radikale Steuerreform: Söder senkt Unternehmenssteuern auf 10 Prozent
Die CSU hat während ihres Klausurtags im Kloster Seeon eine Reihe mutiger Steuer- und Arbeitsmarktreformen vorgestellt. Parteichef Markus Söder, der kürzlich als bayerischer Ministerpräsident bestätigt wurde, treibt umfassende Änderungen bei der Unternehmens-, Einkommens- und Erbschaftssteuer voran. Die Vorschläge umfassen zudem Anpassungen der Arbeitszeiten und der Regelungen zu Krankschreibungen.
Kernstück der CSU-Pläne ist ein Entwurf mit dem Titel "Für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft". Ein zentraler Punkt ist die rückwirkende Senkung der Unternehmenssteuern auf 10 Prozent ab dem 1. Januar 2026. Söder begründet dies mit der Förderung von Wirtschaftswachstum und schätzt die Gesamtkosten der Steuerreformen auf unter 10 Milliarden Euro – finanziert werden soll dies unter anderem durch die Abschaffung des Heizungsgesetzes.
Die Partei will zudem die Steuerlast für Gering- und Mittelverdiener verringern. Geplant sind eine Anhebung des steuerfreien Grundfreibetrags bei der Einkommensteuer sowie eine deutliche Erhöhung der Freibeträge bei der Erbschaftssteuer. Darüber hinaus schlägt die CSU vor, die steuerfreie Übertragung von Betrieben durch Erbschaft oder Schenkung vollständig zu ermöglichen, wobei die Erbschaftssteuerregeln regional angepasst werden sollen. In der Arbeitsmarktpolitik strebt die CSU an, die tägliche Höchstarbeitszeit durch eine wöchentliche Obergrenze zu ersetzen – dies solle die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben verbessern. Eine weitere umstrittene Maßnahme ist die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung, die die Partei mit einem Anstieg der Fehltage seit der Einführung digitaler Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen 2021 in Verbindung bringt.
Söder, der im Dezember 2025 auf dem CSU-Parteitag 83,6 Prozent der Stimmen erhielt, setzt sich zudem für eine Senkung der Stromsteuer für alle Bürger ein. Die CSU-Landesgruppe im Bundestag unterstützt die Reformen und präsentiert sie als notwendig für wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und Gerechtigkeit.
Die Vorschläge markieren eine deutliche Wende in der Wirtschaftspolitik der CSU, die sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmer im Blick hat. Sollten die Pläne umgesetzt werden, würden sie die Steuerpolitik, Arbeitsregelungen und Krankschreibungsverfahren grundlegend verändern. Nun steht die Partei vor der Herausforderung, für ihre Vorhaben breitere politische Unterstützung zu gewinnen.