Deutschland führt erstmals seit 2011 wieder eine Abschiebung nach Syrien durch
Johanna PetersDeutschland führt erstmals seit 2011 wieder eine Abschiebung nach Syrien durch
Deutschland nahm bis Ende November vergangenen Jahres über 940.000 Syrer auf. Mehr als die Hälfte von ihnen genießt hierzulande einen Schutzstatus nach deutschem Recht. Doch aktuelle Entwicklungen haben zu Veränderungen bei der Rückführung nach Syrien geführt – darunter die erste Abschiebung seit über einem Jahrzehnt.
Jahre lang galt Syrien nach EU-Vorgaben nicht als sicheres Herkunftsland. Dieser Status erschwerte Abschiebungen, da anhaltende Instabilität und der andauernde Konflikt Zwangsrückführungen selten machten. Stattdessen wurde freiwillige Rückkehr für Personen ohne Vorstrafen gefördert.
Am 23. Dezember 2025 führte Deutschland die erste Abschiebung nach Syrien seit 2011 durch. Der Schritt markiert einen Kurswechsel, auch wenn unklar bleibt, wie viele Syrer über EU-geförderte Programme freiwillig zurückgekehrt sind. Offizielle Zahlen zu diesen Rückführungen seit deren Einführung bis Ende 2023 wurden nicht veröffentlicht.
Trotzdem leben die meisten Syrer in Deutschland weiterhin unter Schutz. Abschiebungen bleiben stark eingeschränkt und kommen nur in wenigen Einzelfällen unter strengen Auflagen infrage.
Die jüngste Abschiebung deutet auf eine Politikänderung hin, doch die instabilen Verhältnisse in Syrien verhindern weiterhin groß angelegte Zwangsrückführungen. Für nicht vorbestrafte Personen bleibt die freiwillige Rückkehr die Hauptoption. Gleichzeitig behält die überwiegende Mehrheit der Syrer in Deutschland weiterhin rechtlichen Schutz vor einer Abschiebung.