Einzelhandel steht vor flächendeckenden Streiks: ver.di ruft zu Protesten auf
Emil KrügerEinzelhandel steht vor flächendeckenden Streiks: ver.di ruft zu Protesten auf
Einzelhandelsbeschäftigte in mehreren deutschen Städten bereiten Streiks vor
Nach dem Scheitern der Lohnverhandlungen stehen in mehreren deutschen Städten Streiks im Einzelhandel bevor. Die Gewerkschaft ver.di und die Arbeitgeber konnten sich auch nach mehreren Verhandlungsrunden nicht auf einen Kompromiss einigen. Nun sind Proteste in Wiesbaden, Kassel, Frankfurt und Darmstadt geplant.
Die Gewerkschaft fordert eine monatliche Gehaltserhöhung von 250 Euro für die Beschäftigten im Einzelhandel sowie einen jährlichen Zuschuss von 150 Euro pro Ausbildungsjahr für Auszubildende. Zudem soll der neue Tarifvertrag eine Laufzeit von zwölf Monaten haben. Die Arbeitgeberseite hat ihr ursprüngliches Angebot jedoch nicht nachgebessert.
Laut aktuellem Vorschlag sollen Einzelhandelsangestellte nach sechs Monaten ohne Lohnerhöhung eine Anpassung von zwei Prozent erhalten. Beschäftigte im Großhandel würden nach einer ähnlichen Phase stagnierender Löhne eine leicht geringere Steigerung von 1,8 Prozent bekommen. Die Gewerkschaft kritisiert, dass diese Erhöhungen hinter der erwarteten Inflation zurückbleiben.
Der Streikaufruf betrifft große Handelsketten wie Rewe, Penny, Kaufland und IKEA. Weitere betroffene Unternehmen sind Hit, Douglas, H&M, Zara, Primark, Metro sowie Rewe Logistics. Die Aktion folgt auf festgefahrene Verhandlungen zwischen ver.di und den Arbeitgebervertretern.
Die Streiks werden den Betrieb in einigen der größten deutschen Einzelhandelsunternehmen beeinträchtigen. Die Beschäftigten wollen mit Demonstrationen für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen kämpfen. Auf die jüngsten Forderungen der Gewerkschaft haben die Arbeitgeber bisher noch nicht reagiert.
