Erich März: Der schillernde Marketingstratege, der den TSV 1860 München prägte
Johanna PetersErich März: Der schillernde Marketingstratege, der den TSV 1860 München prägte
Erich März, der selbsternannte "schillernde Marketingstratege" des TSV 1860 München, ist tot. Mit seinen kühnen Ideen und seiner größeren-als-das-Leben-Persönlichkeit prägte er den Verein in den ambitionierten 1960er Jahren wie kaum ein anderer. Sein Wirken ging weit über reine Werbung hinaus – er half mit, eine Ära zu gestalten, in der der Club groß träumen wagte.
In den 1960er Jahren übernahm März die Vermarktung des Vereins und setzte dabei lieber auf seinen Instinkt als auf Marktforschung. Seine Projekte reichten von genial bis skurril – darunter das legendär gescheiterte 1860er-Klopapier. Doch sein Gespür für Kontakte und Verkäufe machte ihn zum inoffiziellen PR-Manager, der mit unermüdlichem Elan Fußball, Werbung und Medien verschmolz.
Er pflegte Beziehungen zu Legenden wie Franz Beckenbauer und Pelé und setzte mit Charme und Dreistigkeit den TSV 1860 München auf die Landkarte. Ende der 1960er übernahm das Textilunternehmen Fendt die Merchandising-Lizenz, was sein direktes Engagement beendete. Dennoch blieb sein Einfluss als Symbol für die wilden, prägenden Jahre des Vereins spürbar. März war kein Heiliger – sein forscher Stil polarisierte oft –, doch seine Originalität machte ihn zu einem Teil der Club-Seele. Ob durch kluge Geschäfte oder medienwirksame Coups: Er verkörperte den Ehrgeiz einer Zeit, in der der TSV 1860 München nach Größe strebte.
Sein Tod markiert das Ende einer Epoche für den TSV 1860 München. März’ Vermächtnis lebt jedoch in der Vereinsgeschichte weiter – als Erinnerung an eine Ära, in der Kreativität und Mut die Identität der "Löwen" prägten. Seine Erfolge und Pannen werden für immer zum Mythos des Clubs gehören.