16 March 2026, 00:36

Europa plant eigene Langstreckenrakete – Deutschland könnte strategische Lücke schließen

Ein Logo mit einer Rakete in der Mitte, die einer Atombombe ähnelt, mit einem roten und gelben Pfeil darauf, vor einem weißen und blauen Hintergrund.

Ariane Group entwickelt ballistische Raketen - Europa plant eigene Langstreckenrakete – Deutschland könnte strategische Lücke schließen

Mehrere europäische Länder prüfen Pläne zur Entwicklung eines neuen ballistischen Langstreckenraketensystems. Das von der ArianeGroup geleitete Projekt stößt bei Regierungen auf Interesse, darunter in Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Großbritannien und Schweden. Erste Gespräche deuten darauf hin, dass ein System, das Ziele in über 1.000 Kilometern Entfernung innerhalb weniger Minuten treffen kann, in Reichweite rücken könnte.

Die ArianeGroup hat sich als führender Entwickler für die geplante Rakete mit dem Namen MBT positioniert. Das Unternehmen steht in Verhandlungen mit dem französischen Verteidigungsministerium, das bereits bis zu eine Milliarde Euro in seinem Haushalt für ein landgestütztes ballistisches Raketenprogramm vorgesehen hat. Auch andere europäische Nationen, darunter Deutschland, haben Interesse signalisiert, allerdings wurden noch keine offiziellen Zusagen gemacht.

Deutschland verfügt derzeit über keine eigenen ballistischen Langstreckenraketen, die entferntere Ziele angreifen können. Das MBT-System würde diese Lücke schließen und mehreren europäischen Partnern eine strategische Fähigkeit bieten. Bis zur vollen Einsatzbereitschaft werden jedoch noch Jahre vergehen, da sich das Programm noch in der Vorphase befindet.

Der Vorstoß für eine in Europa entwickelte Rakete erfolgt zu einer Zeit, in der die Debatte über die Abhängigkeit des Kontinents von militärischer Unterstützung der USA zunimmt. Während die Diskussionen andauern, deuten konkrete Schritte – wie die Haushaltsmittel in Frankreich – auf einen ernsthaften Schwung hinter der Initiative hin.

Falls realisiert, würde die MBT-Rakete den beteiligten Ländern eine unabhängige Langstrecken-Schlagfähigkeit verleihen. Der Fortschritt des Projekts hängt in den kommenden Jahren von weiterer Finanzierung, politischen Vereinbarungen und der technischen Entwicklung ab. Vorerst zeigen erste Gespräche und Budgetzusagen eine Wende in der europäischen Verteidigungstrategie an.

AKTUALISIERUNG

ArianeGroups Statement aus München liefert neue Details zum MBT-Projekt

Das MBT-Raketenprogramm hat durch eine öffentliche Äußerung von Vincent Pery, dem Militärchef von ArianeGroup, in München neuen Schwung erhalten. Wichtige Entwicklungen sind:

  • "Es ist an der Zeit, zu entscheiden, ob wir dieses System wollen" – Perrys direkter Zitat betont die Dringlichkeit unter den europäischen Regierungen.
  • Die deutsche Basis in Ottobrunn wird die MBT-Produktion unterstützen, getrennt von den Nuklearraketenoperationen.
  • Konventionelle Sprengköpfe werden verwendet, wodurch sich das MBT von Frankreichs bestehendem Nukleararsenal unterscheidet.