Fendt setzt auf Automatisierung und Expansion gegen chinesische Konkurrenz
Emil KrügerFendt setzt auf Automatisierung und Expansion gegen chinesische Konkurrenz
Fendt bereitet sich auf tiefgreifende Veränderungen im Agrarmaschinensektor vor. Das Unternehmen plant eine Expansion in Nord- und Südamerika und setzt gleichzeitig auf Automatisierung, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Vorstandschef Christoph Gröblinghoff warnt zudem vor wachsendem Druck durch chinesische Hersteller im kommenden Jahrzehnt.
Im Jahr 2023 verkaufte Fendt weltweit rund 28.000 Traktoren. Langfristig strebt die Marke eine jährliche Produktion von 22.000 bis 25.000 Maschinen an. Eine spürbare Markterholung erwartet Gröblinghoff jedoch frühestens ab 2027 – mit einem bescheidenen Wachstum von nur etwa 6 Prozent, was einem globalen Absatz von 156.000 bis 157.000 Traktoren entsprechen würde.
Ein zentrales Problem für Fendt bleiben die hohen Energiekosten: Am deutschen Standort zahlt das Unternehmen rund 20 Cent pro Kilowattstunde – mehr als an jedem anderen AGCO-Standort in Europa. Um die Effizienz zu steigern, setzt das Unternehmen auf Automatisierung und Robotik, darunter auch den möglichen künftigen Einsatz humanoider Roboter.
Gröblinghoff betonte zudem die wachsende Bedrohung durch chinesische Konkurrenten. Innerhalb der nächsten zehn Jahre, so seine Prognose, könnten asiatische Marken – vor allem aus China – Teile des Marktes dominieren. Diese neuen Mitbewerber würden mit extrem schmalen Gewinnmargen operieren und damit den Druck auf europäische Hersteller erhöhen. Einige etablierte Unternehmen, warnte er, könnten diese Umwälzung nicht überstehen.
Fendts Strategie umfasst die Erschließung der amerikanischen Märkte sowie verstärkte Investitionen in die Automatisierung. Gleichzeitig kämpft das Unternehmen mit hohen Energiekosten und der aufkommenden Konkurrenz aus China. Sollten sich die Prognosen bewahrheiten, könnte der Agrarmaschinensektor im nächsten Jahrzehnt erhebliche Veränderungen erleben.






