Firma im Landkreis Cham zahlt hohe Strafe wegen jahrelanger Scheinselbstständigkeit
Emil KrügerFirma im Landkreis Cham zahlt hohe Strafe wegen jahrelanger Scheinselbstständigkeit
Ein Unternehmen im Landkreis Cham ist mit einer Geldstrafe belegt worden, nachdem es drei Mitarbeiter jahrelang illegal als Selbstständige geführt hatte. Die Beschäftigten, die von 2016 bis 2021 als Monteure arbeiteten, wurden wie fest angestellte Kräfte behandelt – allerdings ohne korrekte Meldung der Löhne. Ermittler deckten das System später auf, was zu rechtlichen Schritten gegen den Firmeninhaber führte.
Der Fall kam ans Licht, nachdem die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Regensburg die Unternehmensunterlagen überprüft hatte. Dabei stellte sich heraus, dass die drei Monteure in fünf Jahren fast 1,5 Millionen Euro an Löhnen erhalten hatten – ohne dass davon auch nur ein Cent bei den Sozialversicherungsträgern gemeldet worden war. Durch diese Praxis sparte das Unternehmen rund 165.000 Euro an Abgaben ein.
Die Staatsanwaltschaft Regensburg erhob daraufhin Anklage wegen Vorenthaltens und Veruntreuens von Arbeitsentgelt. Das Verfahren endete vor dem Amtsgericht Regensburg, wo der Inhaber zu einer Geldstrafe von 51.150 Euro verurteilt wurde. Zudem muss er die ausstehenden Sozialabgaben nachzahlen und die Gerichtskosten tragen.
Behörden haben keine konkreten Zahlen veröffentlicht, wie viele ähnliche Fälle es in Bayern gibt. Zwar werden bundesweit Verstöße gegen Scheinselbstständigkeit statistisch erfasst, doch eine Aufschlüsselung nach Bundesländern oder exakte Fallzahlen liegen nicht öffentlich vor.
Das Urteil zwingt das Unternehmen, seine Sozialversicherungsschulden zu begleichen und eine empfindliche Strafe zu zahlen. Der Fall zeigt die Risiken auf, die mit der falschen Einstufung von Arbeitnehmern einhergehen, um gesetzliche Pflichten zu umgehen. Über weitere Durchsetzungstrends in der Region wurden keine Details bekannt.






