30 January 2026, 08:36

Flexible Netzanbindungen könnten Batteriespeicher-Boom in Deutschland entfesseln

Ein Diagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Dateninformationen bereitstellt.

Flexible Netzanbindungen könnten Batteriespeicher-Boom in Deutschland entfesseln

Deutschland steht vor einem Ansturm auf Netzanbindungsanträge – vor allem für großflächige Batteriespeicherprojekte. Viele Netzbetreiber kämpfen mit der Bewältigung der Nachfrage, sodass Projektentwickler auf Genehmigungen warten müssen. Nun werden flexible Netzanbindungsverträge (FNA) als mögliche Entlastung geprüft.

FNA wurden zwar im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verankert, bleiben für Betreiber aber freiwillig. Die meisten zögern noch mit der Umsetzung – mangels Erfahrung und klarer Standards. Nur wenige, wie LEW Verteilnetz, testen bereits innovative Lösungen.

LEW Verteilnetz hat bereits mehrere FNA abgeschlossen und Konzepte wie die 'Einspeisesteckdose' erprobt. Dabei können Einschränkungen nur zwei Tage im Voraus angekündigt werden, wobei Einspeisebegrenzungen in der Regel auf 1.000 Stunden pro Jahr begrenzt bleiben. Diese Flexibilität könnte die Anbindung von rund einem weiteren Gigawatt netzneutraler Batteriespeicher ermöglichen – ohne teure Infrastrukturausbauten.

Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE) und andere Branchenverbände arbeiten nun an standardisierten Musterverträgen für FNA. Ziel ist ein Rahmenwerk, das mehr Betreiber übernehmen können. Bisher hat jedoch kein Landesnetzbetreiber öffentlich erfolgreiche Testläufe bestätigt oder strenge Nutzungsregeln für FNA festgelegt.

FNA könnten die Netzanbindung von Batteriespeicherprojekten beschleunigen. Die Versuche von LEW Verteilnetz deuten darauf hin, dass sich so erhebliche Kapazitäten erschließen lassen – ohne kostspielige Netzausbauten. Ob sich das Modell durchsetzt, hängt jedoch von klaren Standards und einer stärkeren Beteiligung der Betreiber ab.