28 January 2026, 12:34

Führungswechsel bei der DBK: Wer führt die deutsche Kirche aus der Krise?

Ein Bild einer Kirche in einem Feld umgeben von Bäumen, Pflanzen, Gras und Hügeln, mit einem Himmel im Hintergrund, gerahmt und beschriftet mit "Bayerische Kirche des Heiligen Grabes".

Bischöfliches Treffen: Neuer Chef soll Einheit sicherstellen - Führungswechsel bei der DBK: Wer führt die deutsche Kirche aus der Krise?

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) steht vor einem entscheidenden Führungswechsel im Februar. Die Wahl, die während der Vollversammlung in Würzburg stattfinden soll, folgt auf die Amtszeit von Georg Bätzing als Vorsitzender. Seine Amtszeit war von einer der tiefsten Krisen der deutschen Kirche geprägt, ausgelöst durch die bahnbrechende Missbrauchsstudie von 2018 und den umstrittenen Synodalen Weg als Reformprozess.

Die anstehende Abstimmung wird bestimmen, wer künftig die DBK führen wird – wobei die Einheit unter den Bischöfen nun oberste Priorität hat. Die Spaltungen innerhalb des Episkopats haben zugenommen, und die Wiederherstellung des Zusammenhalts wird für den neuen Vorsitzenden von zentraler Bedeutung sein.

Bätzings Amtszeit stand im Schatten der Folgen der Missbrauchsstudie von 2018. Der Bericht deckte systemische Versäumnisse auf und führte zum Synodalen Weg – einer gemeinsamen Reforminitiative der DBK und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Bätzing wollte die Ursachen von Missbrauch angehen und durch mehr Transparenz und Rechenschaftspflicht neues Vertrauen schaffen.

Doch der Reformprozess löste scharfe Kritik einiger Bischöfe aus. Öffentliche Auseinandersetzungen über den Synodalen Weg vertieften die Gräben innerhalb der Kirchenhierarchie. Diese Spaltungen haben den Zusammenhalt geschwächt und machen die Einheit zu einer der größten Herausforderungen für den künftigen Vorsitzenden.

Die Wahl, die vom 23. bis 26. Februar in Würzburg stattfindet, wird die Bischöfe vor die Entscheidung stellen, zwischen möglichen Kandidaten zu wählen. Zu den Genannten zählen Franz Jung aus Würzburg, Franz-Josef Overbeck aus Essen und Udo Bentz aus Paderborn. Traditionell vermeidet die DBK vor solchen Abstimmungen öffentliche Spekulationen und führt die Diskussionen intern.

Neben der inneren Einheit muss der neue Vorsitzende auch den Dialog mit dem Vatikan aufrechterhalten. Der vorgeschlagene Synodale Rat, sofern er genehmigt wird, soll 27 Diözesanbischöfe, 27 Vertreter des ZdK und 27 gewählte Mitglieder umfassen. Diese Struktur zielt darauf ab, Reformen mit der Kirchenverwaltung in Einklang zu bringen, erfordert jedoch eine sorgfältige Abstimmung mit Rom.

Die Februarsitzung markiert einen Wendepunkt für die deutsche Kirche. Der gewählte Vorsitzende wird die Aufgabe haben, die Gräben zu überwinden und die laufenden Reformen zu begleiten. Sein Erfolg wird davon abhängen, ob es gelingt, das Vertrauen zwischen den Bischöfen, dem Vatikan und der gesamten katholischen Gemeinschaft wiederherzustellen.