Gasbohrungen in Reichling: Politiker und Aktivisten fordern Stopp des umstrittenen Projekts
Emil KrügerGasbohrungen in Reichling: Politiker und Aktivisten fordern Stopp des umstrittenen Projekts
Die Gasförderung in Reichling ist seit Februar 2026 zu einem zentralen politischen Thema geworden. Lokale Politiker:innen und Aktivist:innen trafen sich kürzlich an der Bohrstelle, um über Bedenken gegenüber dem Projekt zu diskutieren. Im Mittelpunkt der Debatte stehen finanzielle Abgaben, die Umweltauswirkungen sowie die Sorgen der Anwohner:innen.
Die Bundestagsabgeordnete Carmen Wegge (SPD) und die Landtagsabgeordnete Christiane Feichtmeier (SPD) besuchten die Bohrstelle, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. Begleitet wurden sie vom Klimaaktivisten Chris Baier, Saskia Reinbeck von Greenpeace und Florian Kaiser vom Naturschutzbund Deutschland (NABU). Ute Steininger, Vertreterin der Bürgerinitiative Reichling-Ludenhausen, trug der Gruppe die Ängste der lokalen Bevölkerung vor.
Albert Thurner, SPD-Bürgermeister von Vilgertshofen, forderte eine Förderabgabe von 22 Prozent, um die Gasbohrungen zu blockieren. Er argumentierte, dass eine solche Gebühr das Projekt wirtschaftlich unattraktiv machen würde. Wegge betonte unterdessen die Notwendigkeit, den Fokus auf alternative Energiequellen zu legen, schlug aber vor, dass – falls die Gasförderung doch voranschreite – eine Abgabe erhoben werden solle.
Thurner kritisierte zudem den Kreistag Landsberg dafür, in seinem jüngsten Beschluss keine Förderabgabe vorgesehen zu haben. Feichtmeier hob hervor, wie wichtig es sei, die Sorgen der Menschen in der Nähe des geplanten Bohrplatzes ernst zu nehmen.
Weder von der bayerischen Landesregierung noch vom Kreistag lagen 2025 öffentliche Stellungnahmen oder Unterlagen zur Gasförderung in Reichling vor.
Die Diskussionen in Reichling spiegeln den wachsenden Widerstand gegen das Gasprojekt wider. Politiker:innen und Aktivist:innen prüfen nun finanzielle und regulatorische Maßnahmen, um die Bohrungen zu stoppen oder einzuschränken. Die weitere Entwicklung hängt von den Entscheidungen der lokalen und regionalen Behörden ab.