Georg Hackl wirft Deutschland "Bananenrepublik"-Mentalität bei Infrastrukturprojekten vor
Emil KrügerGeorg Hackl wirft Deutschland "Bananenrepublik"-Mentalität bei Infrastrukturprojekten vor
Georg Hackl, dreifacher Olympiasieger im Rennrodeln und ehemaliger Trainer, hat Deutschlands Umgang mit Infrastrukturprojekten scharf kritisiert. Nach jahrelangen Verzögerungen und Pannen bei Schlüsselvorhaben bezeichnete er das Land als "Bananenrepublik". Seine Kritik folgt auf anhaltende Probleme bei Großprojekten wie Stuttgart 21 und dem Flughafen Berlin Brandenburg (BER).
Als besonders eklatantes Beispiel für den Niedergang Deutschlands nannte Hackl die vernachlässigte Rodelbahn am Königssee in der Nähe seines Wohnorts. Die Anlage ist seit Jahren wegen Hochwasserschäden unbenutzbar – eine Reparatur ist nicht in Sicht. Im Gegensatz dazu lobte er Italiens entschlossenes Vorgehen beim Bau einer neuen Bahn für die Olympischen Winterspiele 2026 in Cortina d'Ampezzo.
Das italienische Projekt, ursprünglich mit 42 Millionen Euro veranschlagt, hat sich mittlerweile auf 118 Millionen Euro aufgebläht, hinzu kommen jährliche Wartungskosten von über einer Million Euro. Trotz der Kostenexplosion betonte Hackl die Entschlossenheit der italienischen Regierung – insbesondere den persönlichen Einsatz von Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini, der die Baustelle besucht habe. Eine solche politische Führung vermisse er in Deutschland.
Hackl verwies zudem auf weitere stockende Projekte wie die Carolabrücke in Dresden und den jahrelang verzögerten BER. Ausländische Kollegen aus der Rodel-Szene sollen Deutschlands Probleme bereits verspottet haben. "Man lacht uns inzwischen aus", gab Hackl zu. Als Lösung schlug er modulare, demontierbare Bauweisen vor – eine kostengünstigere und effizientere Alternative, um künftige Kostenüberschreitungen und Umweltbedenken zu vermeiden.
Die Äußerungen des Ex-Olympioniken spiegeln eine tiefe Frustration über das deutsche Infrastrukturmanagement wider. Während Italien mit dauerhaften Olympastianlagen voranschreitet, stecken deutsche Vorhaben in Verzögerungen und Kostenstreitigkeiten fest. Hackls Kritik steht exemplarisch für die wachsenden Zweifel an der Fähigkeit des Landes, dringend benötigte öffentliche Bauprojekte umzusetzen.






