Gipsabbau in Unterfranken: Regierung gibt grünes Licht – doch Trinkwasser bleibt umstritten
Philipp LangeGipsabbau in Unterfranken: Regierung gibt grünes Licht – doch Trinkwasser bleibt umstritten
Die Regierung Unterfrankens hat erklärt, dass der Gipsabbau in der Region ohne unkontrollierbare Risiken fortgeführt werden könne – vorausgesetzt, es werden strenge Auflagen eingehalten. Das Unternehmen Knauf, das hinter dem Vorhaben steht, plant, über einen Zeitraum von 50 Jahren jährlich eine Million Tonnen Gips im Untertagebau zu fördern. Die geplante Abbaustätte liegt in einem Gebiet, das für die Trinkwasserversorgung Würzburgs und der umliegenden Regionen von entscheidender Bedeutung ist.
Im Rahmen eines raumordnerischen Prüfverfahrens wurden 79 Behörden konsultiert und über 4.300 Einwendungen aus der Bevölkerung geprüft. Dennoch bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf das Grundwasser. Patrick Friedl von den Grünen kritisierte, die Risikobewertung verharmlose die Gefahren für die Trinkwasserversorgung.
Knauf begrüßte die Haltung der Regierung und bezeichnete sie als eine weitere fachliche Bestätigung für das Projekt. Das Unternehmen muss sich an die vom Land festgelegten strengen Bedingungen halten. Ein Restrisiko, das als beherrschbar eingestuft wird, bleibt bestehen – bei einem Absinken des Grundwasserspiegels müssten die Arbeiten eingestellt werden.
Eine Online-Petition gegen das Abbauvorhaben hat bereits mehr als 5.600 Unterschriften gesammelt. Die endgültige Entscheidung über die Genehmigung liegt nun beim Bergamt Nordbayern, das bis Ende des Jahres eine Entscheidung treffen soll.
Die Zukunft des Projekts hängt vom Urteil der Bergbehörde ab. Bei einer Genehmigung würde Knauf unter strengen Auflagen arbeiten, um die Risiken für die Wasserversorgung zu minimieren. Sowohl die Einschätzung der Regierung als auch der öffentliche Widerstand werden das Ergebnis beeinflussen.
