Gleiches Preisgeld für Frauen im Skispringen – doch der Kampf geht weiter
Johanna PetersZweitägige Tour der Frauen-Skispringer: Bargeld statt Shampoo - Gleiches Preisgeld für Frauen im Skispringen – doch der Kampf geht weiter
Die Preisgelder für die Qualifikationsrunden im Frauen-Skispringen wurden auf 3.175 Euro erhöht. Die Anpassung erfolgte nach öffentlicher Kritik der deutschen Athletin Selina Freitag, die im vergangenen Jahr auf die ungleiche Bezahlung hingewiesen hatte. Fans und Veranstalter fordern nun weitere Schritte hin zu mehr Gleichberechtigung im Sport.
Im letzten Jahr hatte Freitag die Probewertung in Oberstdorf gewonnen – als Belohnung erhielt sie jedoch nur Duschgel, Shampoo und vier Handtücher. Männliche Konkurrenten erhielten für ähnliche Erfolge dagegen 3.000 Franken. In einem ARD-Interview im Januar 2024 prangerte sie die Ungerechtigkeit an, woraufhin der Deutsche Skiverband (DSV) aktiv wurde.
Ab der Saison 2024/25 wird das Preisgeld für die Frauen-Qualifikation dem der Männer entsprechen. Beim Neujahrsspringen in Oberstdorf werden die Frauen zudem künftig um 13 Uhr als Erste antreten, während die Männerqualifikation erst um 16 Uhr stattfindet. Diese Änderung soll den Athletinnen mehr Sichtbarkeit verschaffen. Die anstehende Two-Nights-Tour geht in ihre dritte Auflage, doch die Sportlerinnen hoffen, dass es die letzte in dieser Form bleibt. Sie kämpfen für ein vollwertiges Vierschanzentournee der Frauen – analog zum Wettbewerb der Männer. Unterdessen wird Katharina Schmid nach diesem Winter zurücktreten und damit ihren letzten Auftritt bei dem Event haben.
Die Erhöhung der Preisgelder spiegelt den wachsenden Druck wider, im Skispringen für mehr Fairness zu sorgen. Die Siegerinnen der Qualifikationsrunden erhalten nun die gleichen Geldprämien wie ihre männlichen Kollegen. Veranstalter und Athletinnen setzen sich weiterhin für erweiterte Möglichkeiten ein, darunter ein vollständiges Vierschanzentournee in kommenden Saisons.