27 January 2026, 04:39

Gregory Bovino: Vom Grenzschützer zum umstrittenen Symbol der US-Abschiebepolitik

Ein Schwarz-Weiß-Plakat mit drei Personen und dem Text: "Sprich nicht die Sprache des Feindes - Die vier Freiheiten sind nicht in seinem Vokabular - Sprich amerikanisch."

Gregory Bovino: Vom Grenzschützer zum umstrittenen Symbol der US-Abschiebepolitik

Gregory Bovino, der umstrittene Chef der US-Grenzpatrouille, hat seine Karriere auf eine aggressive Abschiebepolitik und einen auffälligen Vergleich mit Darth Vader aufgebaut. Seine Methoden – von Massenabschiebungen bis zu militaristischen Auftritten in der Öffentlichkeit – stoßen auf politische Unterstützung, lösen aber auch heftige Kritik aus. Nun verschärft ein Bundesgerichtsurteil, das seine Vorgehensweise verurteilte, die Debatte über seine Führung weiter.

Bovinos Aufstieg begann 1996, als er der US-Grenzpatrouille beitrat. Über drei Jahrzehnte stieg er in der Hierarchie auf und leitete Einsätze an der Südgrenze in Kalifornien und Texas. Bis 2019 hatte er sich zum hochrangigen Beamten hochgearbeitet und führte später viel beachtete Razzien in Los Angeles, Chicago und Minneapolis an.

Unter der Regierung Trump wuchs sein Einfluss. Er organisierte groß angelegte Kontrollen an Tankstellen und Autobahnen, bei denen 78 Lateinamerikaner – die meisten ohne Vorstrafen – gewaltsam abgeschoben wurden. Obwohl diese Maßnahmen rechtlich fragwürdig waren, festigten sie seinen Ruf als öffentliches Gesicht des Immigration and Customs Enforcement (ICE). Seine Methoden sorgten immer wieder für Empörung. Ein Bundesgericht urteilte kürzlich, Bovino habe mit unangemessenen Durchsuchungen und Festnahmen gegen den Vierten Verfassungszusatz verstoßen. Kritiker werfen ihm zudem offenen Rassismus und gewaltverherrlichende Rhetorik vor, die ihn zum Symbol für die härteste Linie des ICE gemacht haben. In einem Fall verteidigte er Grenzbeamte, die die Krankenschwester Alex Pretti erschossen hatten, mit den Worten: "Die wahren Opfer hier sind die Beamten der Grenzpatrouille."

Bovinos selbstinszeniertes Image unterstreicht seinen Ruf. Häufig tritt er in einem langen Mantel auf, der an SS-Uniformen erinnert, und posiert mit einem Sturmgewehr. In einem aktuellen Video stilisierte er sich als Darth Vader, der rebellische Soldaten – als Stellvertreter für Drogen- und Menschenschmuggler – niederschießt. Angesichts der wachsenden öffentlichen Empörung könnte die Trump-Regierung nun seinen Einsatz in Minneapolis überdenken.

Das Bundesgerichtsurteil bedeutet einen weiteren Rückschlag für Bovinos umstrittene Laufbahn. Seine kompromisslosen Methoden und seine polarisierende Persönlichkeit spalten die Meinungen zur Migrationspolitik weiter. Mit zunehmender Gegenwehr bleibt seine Zukunft beim ICE ungewiss.