Griesens Bürger kämpfen um ihren Winter-Bahnanschluss bis 2027
Bürger von Griesen kämpfen um ganzjährigen Bahn-Halt – nach Plänen der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), den Winterbetrieb ab Ende 2027 einzustellen
Die Ankündigung der BEG, den Zugverkehr in Griesen während der Wintermonate ab spätem 2027 ruhen zu lassen, hat Proteste, Petitionen und politische Unterstützung ausgelöst. Lokale Vertreter und Aktivisten setzen sich vehement für eine Rücknahme der Streichungen ein.
Der Streit begann bereits 2023, als die BEG vorschlug, den Bahnhof Griesen komplett zu schließen. Der öffentliche Widerstand formierte sich schnell: Bis Mitte 2024 sammelten Bürger über 5.000 Unterschriften. Mit Rückendeckung von bayerischen Abgeordneten, darunter Dorothee Bär (CSU), gelang 2025 ein Kompromiss: Der Haltepunkt sollte als Bedarfshalt mit reduziertem Angebot zumindest bis 2030 erhalten bleiben.
Trotz dieser Einigung bestätigte die BEG 2027, dass ab Ende desselben Jahres im Winter keine Züge mehr in Griesen halten würden. Als Gründe nannte das Unternehmen Engpässe auf der eingleisigen Strecke und geringe Fahrgastzahlen – ließ jedoch Spielraum für eine Neubewertung, falls sich die Rahmenbedingungen ändern.
Angeführt von drei Frauen wehren sich Anwohner weiterhin gegen die Pläne. Sie reichten eine Petition an den Landtag ein, in der sie ganzjährigen Betrieb fordern. Auch das Rathaus Garmisch-Partenkirchen und der Bürgermeister lehnen die Kürzungen ab und pochen auf eine zuverlässige Zuganbindung. Der SPD-Oberbürgermeisterkandidat Peter Schimpf und der lokale SPD-Verband kritisieren die Informationspolitik der BEG: Die Bürger hätten früher eingebunden werden müssen.
Die BEG betont, der Landkreis sei bei der Erarbeitung des neuen Fahrplans konsultiert worden. Doch die Gespräche mit dem Gemeinderat finden erst nach der Entscheidung statt – nicht, wie üblich, im Vorfeld.
Die Initiative zur Rettung des Winterbahnhofs Griesen gewinnt an politischer und öffentlicher Dynamik. Zwar hält die BEG vorerst an ihrem Beschluss fest, doch die anhaltenden Verhandlungen und der Druck aus der Bevölkerung könnten das Ergebnis noch beeinflussen. Die endgültigen Fahrplanänderungen treten Ende 2027 in Kraft – sofern weitere Gespräche keine Wende bringen.