Große Anti-Atom-Proteste auf A2-Brücken gegen geplante Castor-Transporte
Philipp LangeGroße Anti-Atom-Proteste auf A2-Brücken gegen geplante Castor-Transporte
Atomkraftgegner bereiten sich auf eine große Demonstration gegen geplante Transporte von radioaktivem Abfall in Nordrhein-Westfalen vor. Rund 100 Aktivisten werden durch Wohngebiete ziehen und Brücken über die Autobahn A2 überqueren, um auf Sicherheitsrisiken aufmerksam zu machen. Die Transporte, bei denen 152 Lkw-Ladungen mit nuklearem Material von Jülich nach Ahaus gebracht werden sollen, stehen zwar noch nicht fest, könnten aber bereits in wenigen Wochen beginnen.
Die Kundgebung, organisiert von lokalen Initiativen, startet gegen 11:00 Uhr in Bottrop-Süd in der Nähe der A2. Ursprünglich hatten die Behörden den Demonstranten verboten, die Autobahnbrücken zu überqueren, doch die Veranstalter setzten sich gerichtlich gegen das Verbot durch. Nun führt ihre Route über diese Brücken, was ihrer Botschaft mehr Sichtbarkeit verleiht.
Die als Castor-Transporte bekannten Lieferungen stoßen auf massiven Widerstand. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND NRW) hat Klage gegen die Genehmigung eingereicht und argumentiert, die Aktion berge inakzeptable Gefahren. Obwohl noch keine offiziellen Termine feststehen, rechnen die Behörden damit, dass die Konvois kurz nach Abschluss der juristischen Verfahren – möglicherweise innerhalb von sieben Wochen – rollen werden. Die Polizei hat ihre taktischen Vorbereitungen abgeschlossen, hält sich aus Sicherheitsgründen jedoch mit Details zurück. Die Aktivisten betonen, wie wichtig es sei, auf die potenziellen Risiken beim Transport von Atommüll hinzuweisen. Mit ihrer Demonstration fordern sie mehr öffentliche Kontrolle und alternative Lösungen, bevor die ersten Lkw starten.
Die Proteste spiegeln den anhaltenden Widerstand gegen Atomtransporte in der Region wider. Während noch über rechtliche Schritte verhandelt wird und die Transporttermine unbestätigt bleiben, fordern die Initiativen weiterhin Transparenz und verbindliche Sicherheitszusagen. Wann die 152 Lkw-Ladungen ihre Fahrt von Jülich nach Ahaus antreten werden, steht noch nicht fest.