11 January 2026, 14:27

Historisches EU-Mercosur-Abkommen: Thüringen erkundet neue Märkte in Südamerika

Ein Lagerraum voller Flaschen und Dosen, mit einem zentralen Banner, das die Supra-Marke anzeigt, und einem Logo in der rechten unteren Ecke, das LM bezeichnet.

Minister: Mercosur-Deal gut für Thüringen - Historisches EU-Mercosur-Abkommen: Thüringen erkundet neue Märkte in Südamerika

Die EU und die Mercosur-Staaten haben ein bedeutendes Handelsabkommen finalisiert, das die größte Freihandelszone der Welt schafft. Mit über 700 Millionen Menschen umfasst das Abkommen Zollsenkungen und den Zugang zu neuen Märkten. Eine Delegation aus Thüringen wird Ende 2026 in die Region reisen, um wirtschaftliche Chancen auszuloten.

Das Abkommen abbaut Handelsbarrieren zwischen der EU und den Mercosur-Ländern, zu denen Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay gehören. Gleichzeitig werden Einfuhrbeschränkungen für südamerikanische Agrarprodukte wie Fleisch, Käse, Zucker und Ethanol festgelegt. Diese Schutzmaßnahmen sollen europäische Landwirte vor plötzlichen Preiseinbrüchen durch günstigere Importe bewahren.

Deutsche Landwirte, darunter auch solche aus Thüringen, hatten gegen das Abkommen protestiert – aus Sorge vor unlauterem Wettbewerb. Die endgültige Fassung enthält jedoch strengere Schutzklauseln für die EU-Landwirtschaft bei Marktpreisschwankungen. Zudem hilft das Abkommen der EU, ihre Handelspartner zu diversifizieren und die Abhängigkeit von China und den USA zu verringern.

Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John sieht in dem Abkommen eine Chance für die Wirtschaft der Region. Um dies zu vertiefen, wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 eine Delegation mit Vertretern aller 27 EU-Mitgliedstaaten – darunter Deutschland, Frankreich, Italien und Polen – in die Mercosur-Region reisen. Ziel ist es, Handelspotenziale zu prüfen und die wirtschaftlichen Beziehungen zu stärken.

Das Mercosur-Abkommen eröffnet neue Handelswege und wahrt gleichzeitig den Schutz europäischer Produzenten. Der anstehende Besuch der Thüringer Delegation konzentriert sich auf den Aufbau von Partnerschaften in der Region. Bei Erfolg könnte das Abkommen die Handelsströme neu gestalten und beiden Seiten langfristige wirtschaftliche Vorteile bringen.