IG Metall fordert Job-to-Job-Netzwerk gegen Fachkräftemangel in Sachsen-Anhalt
Philipp LangeIG Metall fordert Job-to-Job-Netzwerk gegen Fachkräftemangel in Sachsen-Anhalt
Die Gewerkschaft IG Metall setzt sich für ein landesweites "Job-to-Job"-Netzwerk in Sachsen-Anhalt ein. Mit dem Vorschlag sollen Beschäftigte beim Übergang in neue Tätigkeiten unterstützt werden, während Branchen sich rasant wandeln. Laut IG Metall würde dieses Modell verhindern, dass qualifizierte Arbeitskräfte bei wirtschaftlichen Umbrüchen in die Arbeitslosigkeit rutschen.
Sachsen-Anhalt steht vor großen Herausforderungen: Dekarbonisierung, digitale Transformation, geopolitische Verschiebungen und eine alternde Belegschaft belasten die Wirtschaft. Diese Entwicklungen bergen die Gefahr, dass erfahrene Fachkräfte ihren Job verlieren, während Unternehmen gleichzeitig händeringend nach qualifiziertem Personal suchen. Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall, betont, dass es wirtschaftlich wenig sinnvoll sei, gut ausgebildete Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit zu drängen.
Ein strukturiertes Job-to-Job-Netzwerk würde bestehende Angebote wie Arbeitsagenturen und Umschulungsprogramme vernetzen. Ziel ist es, Beschäftigte direkt aus alten in neue, sichere Stellen zu vermitteln – noch bevor Kündigungen ausgesprochen werden. Unternehmen müssten zunächst interne Lösungen wie Versetzungen prüfen, um Know-how zu halten, bevor externe Übergänge in Betracht gezogen werden.
Die Gewerkschaft fordert ein dauerhaftes System, das den industriellen Wandel sozial gerecht gestaltet. Der Erfolg hängt jedoch von der Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern, Gewerkschaften, der Landesregierung, den Kammern und Bildungsträgern ab. Ähnliche Initiativen – wie das "Job-to-Job"-Netzwerk Niedersachsens, das im Februar 2026 an den Start ging – kombinieren bereits Umschulungen, Jobmessen für Geflüchtete und digitale Pilotprojekte, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Wird das Netzwerk umgesetzt, könnte es das Risiko von Arbeitslosigkeit verringern und die industrielle Basis der Region stärken. Beschäftigte erhielten klarere Perspektiven für neue Tätigkeiten, während Betriebe dringend benötigte Kompetenzen halten. Das Modell baut auf bestehenden Instrumenten auf, erfordert aber eine breite Kooperation, um wirksam zu funktionieren.






