Interne Konflikte bei der Berliner Zeitung nach Abgang der Chefreporterin
Philipp LangeInterne Konflikte bei der Berliner Zeitung nach Abgang der Chefreporterin
Die Berliner Zeitung sieht sich mit interner Kritik konfrontiert, nachdem ihre langjährige Chefreporterin Anja Reich-Osang das Blatt nach drei Jahrzehnten verlassen hat. Der ehemalige Mitarbeiter Franz Sommerfeld äußerte sich daraufhin öffentlich gegen die politische Ausrichtung der Zeitung unter dem Verleger Holger Friedrich.
Anja Reich-Osang, seit 30 Jahren Chefreporterin der Berliner Zeitung, verließ die Redaktion nach dreißig Jahren Tätigkeit. Ihr Abschied veranlasste Franz Sommerfeld, einen weiteren Ex-Mitarbeiter, Bedenken gegenüber der redaktionellen Linie des Blattes zu äußern.
Verleger Holger Friedrich reagierte auf die Vorwürfe in einem persönlichen Artikel. Allerdings machte er nicht deutlich, dass es sich bei Sommerfelds Aussagen um eine private Meinung und nicht um eine offizielle Position der Zeitung handelte. Friedrich ging zudem auf separate Vorwürfe des Branchenmagazins kress ein, die sich auf einen angeblich "erfundenen Text" in Verbindung mit seiner Ehefrau sowie auf "nicht objektive Berichterstattung" bezogen.
Trotz der Kritik blieb Friedrich bei seinem ursprünglichen Standpunkt. Er erklärte, er werde keinen einzigen Satz seines Textes ändern, und verteidigte seine Entscheidung, keine Richtigstellungen vorzunehmen.
Der Streit offenbart die Spannungen innerhalb der Berliner Zeitung nach Reich-Osangs Abgang. Friedrichs Weigerung, seinen Artikel zu überarbeiten, lässt die Kritik ungelöst. Die redaktionelle Ausrichtung der Zeitung bleibt unter aktuellen und ehemaligen Mitarbeitenden umstritten.






