Jäger erschießt zwei Hunde in Bayern – Gericht verschärft Urteil nach emotionalem Drama
Lotta SchulteJäger erschießt zwei Hunde in Bayern – Gericht verschärft Urteil nach emotionalem Drama
Bayern: Jäger erschießt zwei Hunde nach Wildtötung – Gericht verschärft Strafe
Ein Jäger in Bayern hat zwei Hunde erschossen, nachdem diese auf seinem Revier Wild gejagt und getötet hatten. Der Vorfall ereignete sich im Juli 2018 und löste einen Rechtsstreit aus, der mit einer höheren Strafe für den Jäger endete als ursprünglich verhängt. Die Hunde, Leni und Maja, waren Geschwister, die 2016 aus Griechenland gerettet worden waren und für ihre enge Bindung bekannt waren.
Die beiden Mischlingshündinnen hatten wiederholt Rehe und Hasen in der Gegend gejagt. Nach dem bayerischen Jagdgesetz dürfen Jäger Hunde erschießen, die aktiv Wild verfolgen und gefährden. Richter Roland Fink präzisierte jedoch, dass dies nur gilt, wenn die Hunde im unmittelbaren Moment des Schusses aktiv auf der Jagd sind.
Der Jäger tötete die Tiere, als sie nach der Jagd auf einen Hasen bereits auf dem Heimweg waren. Ihre Halterin, die die Erschießung miterlebte, erlitt einen emotionalen Schock. Der Jäger wurde zunächst zu 55 Tagessätzen à 60 Euro verurteilt, legte jedoch Berufung ein. Nach einer Verhandlung vor dem Landgericht Augsburg erhöhte sich die Strafe auf 90 Tagessätze à 50 Euro.
Das Gericht sprach ihn der Sachbeschädigung, der unerlaubten Tötung von Tieren und der fahrlässigen Körperverletzung der Halterin schuldig. In Bayern dürfen Hunde im Wald ohne Leine laufen, während andere Bundesländer strengere Regeln haben. Eine bundesweite Statistik zu solchen Vorfällen gibt es nicht, da die Fälle regional individuell behandelt werden.
Das Urteil setzt einen Präzedenzfall dafür, wann Jäger in Bayern Hunde legal erschießen dürfen. Durch seinen Einspruch gegen das ursprüngliche Bußgeld wurde die Strafe des Jägers erhöht, während die Halterin zwei eng verbundene Haustiere verlor. Der Fall zeigt die rechtlichen Grauzonen zwischen Hundehaltern, Wildtieren und Jagdrecht in Deutschland auf.