Legendäres Münchner Kneipen-Kunstwerk Schwabinger 7 kehrt zurück
Ein Stück Münchner Nachtlebensgeschichte wird künftig in Bruckmühl zu sehen sein. Der Künstler Rupert Dorrer verwandelte vor dem Abriss des Gebäudes eine Wand der legendären Kneipe Schwabinger 7 in ein Mixed-Media-Kunstwerk. Das Werk mit dem Titel Schwabinger 7 wird nun nach Jahren im Depot in einer lokalen Galerie enthüllt.
Das Haus in der Feilitzschstraße 7 diente Anfang des 20. Jahrhunderts zunächst als Wohn- und Geschäftshaus. Über die Jahrzehnte beherbergte es eine Bäckerei, Lebensmittelläden und wurde schließlich in den 1980er-Jahren zur Kultkneipe Schwabinger 7. Bekannt für ihre wilde Atmosphäre, war die Bar bis zu ihrer Schließung in den 2000er-Jahren eine Münchner Institution.
Dorrer rettete vor dem Abriss ein Wandstück und gestaltete daraus ein 140 mal 72 Zentimeter großes Kunstwerk. Das Werk wurde später versteigert und landete in der Denn's Biomarkt-Filiale, dem Bioladen, der die Kneipe ersetzte. Nun ist es als Dauerleihgabe für die Galerie in Bruckmühl gesichert, wo es am Montag vom Bürgermeister offiziell präsentiert wird.
Das Kunstwerk kontrastiert die verschwundene Energie der Bar mit dem ruhigen Stammtisch im Grünen Eck in der Schwabinger Marktstraße. Dort treffen sich Dorrer und Gerd "Manila" Waldhauser, der ehemalige Wirt des Schwabinger 7, noch heute – und halten so den Geist der alten Kneipe lebendig.
Das Gemälde bleibt in Bruckmühl ausgestellt und erinnert an den Wandel des Münchner Nachtlebens. Einst Teil einer lebendigen Bar, steht es heute als Symbol für den kulturellen Wandel der Stadt. Die Enthüllung durch den Bürgermeister markiert seine Rückkehr in die Öffentlichkeit nach Jahren im Verborgenen.