Literarischer Abend zu Israels Unabhängigkeitstag mit Amos Oz' Zwischen Freunden
Philipp LangeLiterarischer Abend zu Israels Unabhängigkeitstag mit Amos Oz' Zwischen Freunden
Ein literarischer Abend am 13. Mai würdigt Israels Unabhängigkeitstag mit Lesungen aus Amos Oz’ Zwischen Freunden
Die Veranstaltung, ausgerichtet vom Katholischen Bildungswerk für Erwachsene und dem Verein Ganey Tikva, beleuchtet Aufstieg und Niedergang der Kibbuz-Bewegung. Oz’ Erzählungen fangen die Ideale und Konflikte des kollektiven Lebens in Israels frühen Jahren ein.
Die ersten Kibbuzim entstanden in Israel noch vor der Staatsgründung 1948. Diese genossenschaftlichen Siedlungen strebten eine klassenlose Gesellschaft ohne Privateigentum oder Geld an. Am 14. Mai desselben Jahres proklamierte David Ben-Gurion den Staat Israel – und verankerte den Kibbuz-Traum tief in der nationalen Identität.
Amos Oz’ Zwischen Freunden spielt in den späten 1950er-Jahren, als viele Kibbuzim von inneren Spannungen geprägt waren. Die Erzählung Esperanto handelt von Martin, einem Schuhmacher, der eine Esperanto-Gruppe gründen will – ein Symbol der Einheit in einem zersplitterten System. Doch die Ideale der Bewegung zerbrachen, als sich die Menschen gegen die lebenslange Unterordnung unter das Kollektiv auflehnten.
Beim Abend am 13. Mai liest Schauspieler Heinz Haun Auszüge aus Zwischen Freunden, darunter Esperanto. Die Musiker Arne Meinhardt und Anaïs Meinhardt begleiten die Lesung mit Live-Musik und verbinden so Literatur und Performance zu einer Reflexion über Israels Geschichte.
Die Veranstaltung ehrt den Unabhängigkeitstag Israels und hinterfragt zugleich das Erbe des Kibbuz-Experiments. Durch Oz’ Prosa erleben die Zuschauer, wie eine Vision von Gleichheit mit der menschlichen Natur kollidierte. Mit Geschichten und Musik wird Geschichte lebendig – und verbindet vergangene Kämpfe mit gegenwärtigen Betrachtungen.






