Mehr Ordnungsrufe im Bundestag: Warum die Stimmung im Brandenburger Tor kippt
Lotta SchulteSieben disziplinarische Rügen im Brandenburgischen Landtag seit der Wahl - Mehr Ordnungsrufe im Bundestag: Warum die Stimmung im Brandenburger Tor kippt
Im Brandenburger Tor hat es in diesem Jahr einen Anstieg disziplinarischer Maßnahmen gegeben. Seit der Bundestagswahl haben die Bundestagspräsidentin und ihre Stellvertreter sieben Ordnungsrufe ausgesprochen. Dies stellt eine Veränderung gegenüber dem Jahr 2024 dar, als in den frühen Sitzungen keine solchen Rügen verzeichnet wurden.
Fünf der sieben Ordnungsrufe richteten sich gegen Abgeordnete der AfD-Fraktion. Lars Hünich erhielt einen Verweis, nachdem er den CDU-Fraktionsvorsitzenden Jan Redmann als "Scharlatan" bezeichnet hatte. Auch Dennis Hohloch wurde im November 2025 gerügt, nachdem er der Bundestagspräsidentin nahegelegt hatte, die Sitzung zu verlassen.
Zwei weitere Ordnungsrufe gingen an Abgeordnete der SPD. Uwe Adler wurde verwarnt, weil er wiederholt durch den Saal gerufen hatte. Die aktuellen Zahlen stehen im Kontrast zur vorherigen Legislaturperiode von 2019 bis 2024. In diesem Zeitraum gab es insgesamt 77 Ordnungsrufe, im Schnitt etwa 15 pro Jahr. Drei Viertel dieser Rügen betrafen AfD-Abgeordnete.
Die jüngsten disziplinarischen Maßnahmen unterstreichen eine zunehmend konfliktgeladene Atmosphäre im Brandenburger Bundestag. Mit bereits sieben Ordnungsrufen zeigt die aktuelle Wahlperiode ein schnelleres Tempo bei Rügen als in den Vorjahren. Die Mehrheit der Verwarnungen betrifft weiterhin AfD-Politiker.