Münchens Immobilienmarkt bricht ein – während Bayerns Preise stabil bleiben
Lotta SchulteMünchens Immobilienmarkt bricht ein – während Bayerns Preise stabil bleiben
Der bayerische Immobilienmarkt sendet nach Jahren starker Preisanstiege gemischte Signale. Während die Kaufinteressen in der gesamten Region zunehmen, verzeichnet München einen Rückgang mit sinkenden Verkaufszahlen und einem höheren Angebot. Aktuelle Veränderungen bei den Zinsen und den Baukosten prägen das Verhalten von Käufern und Bauherren neu.
In den vergangenen zehn Jahren stiegen die Immobilienpreise in Bayern für alle Wohnformen deutlich an. Doch in München setzte der Preisrückgang früher ein als in anderen Großstädten. Hohe Bau- und Finanzierungskosten machten Neubauten für viele unerschwinglich und lenkten Käufer stattdessen auf Bestandsimmobilien um.
Die Zinsen haben sich im letzten Jahr leicht entspannt. Nach einem Höchststand von über 4 % Ende 2023 liegen die Bauzinsen Anfang 2026 bei etwa 3,5 bis 3,6 %. Trotz dieses Rückgangs bleiben sie hoch genug, um die Marktaktivität zu bremsen – der Wohnungsbau ging 2025 um 8,5 % zurück, und für 2026 wird nur eine geringe Erholung von 0,5 % erwartet. Die Banken verzeichnen jedoch mehr Bewegung: Die Bayern Sparkassen meldeten ein Plus von 27,2 % im Immobiliengeschäft, wobei neue Projekte außerhalb Münchens hinter Nachbarregionen wie Baden-Württemberg zurückbleiben.
Die meisten Segmente in Bayern zeigen stabile Preise, mit leichten Rückgängen bei Baugrundstücken für Einfamilienhäuser und geringfügigen Steigerungen bei Bestandswohnungen. In München hat sich der Markt weiter verändert – hier bestimmen ein höheres Angebot und härtere Preisverhandlungen die Verkäufe. Käufer kehren vorsichtig zurück, doch Experten warnen, es sei noch zu früh, von einer nachhaltigen Erholung zu sprechen.
Der Abschwung in München steht im Kontrast zu den allgemeinen Trends in Bayern, wo Nachfrage und Transaktionen wieder anziehen. Dennoch halten die Bauprobleme an, da weiterhin zu wenige Neubauten wegen der hartnäckig hohen Kosten entstehen. Für Käufer und Bauherren bleibt der Markt vorerst eine Herausforderung – mit Affordability und Finanzierung als zentrale Hürden.