Neue Chance für die Zugverbindung zwischen München und Prag nach gescheiterter Ausschreibung
Johanna PetersNeue Ausschreibung: Gesucht werden Betreiber für die München - Prag-Bahnlinie - Neue Chance für die Zugverbindung zwischen München und Prag nach gescheiterter Ausschreibung
Bayern und Tschechien haben die Suche nach einem Betreiber für die Zugverbindung zwischen München und Prag neu gestartet. Die europaweite Ausschreibung im Jahr 2024 hatte keine Bieter angelockt. Nun haben die Behörden die Bedingungen angepasst, um das Angebot attraktiver zu gestalten.
Der neue Vertrag soll eine Laufzeit von 15 Jahren haben – von Ende 2031 bis Ende 2046.
Aktuell wird die Strecke München–Prag von Regionalzügen bedient, wobei die Fahrten mehr als 5,5 Stunden dauern. Einige Verbindungen benötigen sogar bis zu 6 Stunden und 37 Minuten, oft mit Umstieg. Die Infrastruktur der Route stellt eine besondere Herausforderung dar, da sie elektrifizierte und nicht elektrifizierte Abschnitte mit drei verschiedenen Stromsystemen vereint.
Um die Kosten für potenzielle Betreiber zu senken, wurden die Ausschreibungsanforderungen vereinfacht. Der künftige Anbieter muss zwar neue Wagen mit WLAN und Klimaanlage beschaffen, doch können die Lokomotiven auch gebraucht sein. Jeder Zug muss zudem mindestens 500 Sitzplätze bieten.
Für 2031 sind Hybridlokomotiven geplant, um die Kapazitäten zu erhöhen. Konkrete Fahrzeitverkürzungen oder Modernisierungsziele wurden jedoch noch nicht bestätigt. Im Vergleich zu anderen großen europäischen Strecken wie München–Mailand oder Hochgeschwindigkeitsnetzen bleibt die Entwicklung der Verbindung München–Prag hinter den Möglichkeiten zurück.
Ziel der neuen Ausschreibung ist es, einen langfristigen Betreiber für die Verbindung zwischen München und Prag zu finden. Bei Erfolg würde der Vertrag bis 2046 laufen – mit modernisierten Zügen und verbesserten Serviceleistungen für die Fahrgäste. Die Zukunft der Strecke hängt nun davon ab, ob sich ein Bieter findet, der die überarbeiteten Bedingungen erfüllt.