Nordische Kombination kämpft um olympische Zukunft – und um Gleichberechtigung der Athletinnen
Philipp LangeNordische Kombination kämpft um olympische Zukunft – und um Gleichberechtigung der Athletinnen
Die Zukunft der Nordischen Kombination bei den Winterspielen rückt erneut in den Fokus, nachdem hochrangige Besucher den Wettbewerb in Tesero besucht haben. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry nahm an der Veranstaltung teil und lobte die mitreißende Atmosphäre, vermied jedoch konkrete Zusagen zur Aufnahme von Frauenwettbewerben. Unterdessen haben Athlet:innen und Funktionäre ihre Forderungen nach Gleichberechtigung in der einzigen Wintersportdisziplin ohne Frauenkategorie erneuert.
Coventrys Besuch befeuerte die Debatten über den olympischen Status der Sportart. Wie Vinzenz Geiger berichtete, zeigte sie sich sichtbar beeindruckt, nannte die Rennen "unglaublich spannend" und schwärmte von der Energie des Publikums. FIS-Präsident Johan Eliasch bestätigte dies und betonte, wie begeistert sie war – immer wieder stand sie auf, um die Sportler:innen mit Applaus zu würdigen.
Das Fehlen von Frauenwettbewerben bleibt jedoch ein drängendes Problem. Johannes Rydzek wies auf die Ungleichheit hin und argumentierte, dass Athletinnen die gleichen Chancen in der Nordischen Kombination verdienten. Julian Schmid sah in Jens Luraas Oftebros Olympiasieg zwar einen Schub für die Bekanntheit der Sportart, mahnte aber gleichzeitig mehr Repräsentation an.
Eliasch versprach, sich für die olympische Zukunft der Disziplin einzusetzen. Er garantierte, alles zu tun, um ihren Platz im Programm zu sichern – und gleichzeitig die Aufnahme von Frauen voranzutreiben. Coventry hingegen machte während ihres Besuchs keine konkreten Zusagen, sodass unklar bleibt, wann mit Veränderungen zu rechnen ist.
Der olympische Status der Nordischen Kombination steht damit auf der Kippe: Während Funktionäre und Athlet:innen zwischen Jubel und Sorge schwanken, gibt Coventrys Lob Hoffnung auf anhaltende Popularität. Doch das Fehlen von Frauenwettbewerben wirft weiterhin einen Schatten auf die Zukunft der Sportart. Die Verantwortlichen stehen nun unter Druck, bis zu den nächsten Spielen greifbare Fortschritte zu erzielen.