Nürnberger Banken verlangen bis zu 92 Prozent höhere Kreditzinsen als der Bundesdurchschnitt
Philipp LangeNürnberger Banken verlangen bis zu 92 Prozent höhere Kreditzinsen als der Bundesdurchschnitt
Kreditnehmer in Nürnberg und der Region zahlen einige der höchsten Darlehenszinsen Deutschlands
Eine aktuelle Analyse zeigt: Lokale Banken verlangen deutlich mehr als der bundesweite Durchschnitt – teilweise liegen die Sätze über 90 Prozent höher als vergleichbare Angebote anderswo.
Die Sparkasse Nürnberg berechnet derzeit einen effektiven Jahreszins von 12,74 Prozent (zwei-Drittel-Zinssatz) für einen Kredit über 15.000 Euro mit einer Laufzeit von 72 Monaten – das sind 92 Prozent mehr als der durchschnittliche zwei-Drittel-Zinssatz von über 30 Banken in Deutschland. Auch die VR Bank Metropolregion Nürnberg eG verlangt mit 11,39 Prozent (ebenfalls zwei-Drittel-Zinssatz) für einen 10.000-Euro-Kredit über denselben Zeitraum 72 Prozent mehr als der nationale Referenzwert.
Die Kluft zwischen den beworbenen Zinssätzen und den tatsächlichen zwei-Drittel-Zinsen hat sich in den letzten Jahren stark vergrößert. 2022 betrug der Unterschied bereits über zwei Prozentpunkte – für Kreditnehmer bedeutet das deutlich höhere Kosten als erwartet. Besonders teuer sind Dispositionskredite, bei denen die effektiven Jahreszinsen oft 12 Prozent oder mehr erreichen.
Experten raten, vor einer Kreditaufnahme die zwei-Drittel-Zinsen verschiedener Anbieter zu vergleichen. Auch die Wahl einer Bank, die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) zügig weitergibt, kann – vor allem bei kurzfristigen Finanzierungen – erhebliche Ersparnisse bringen.
Die Kreditkonditionen in Nürnberg gehören damit nach wie vor zu den ungünstigsten Deutschlands und belasten die Haushalte vor Ort zusätzlich. Durch sorgfältigen Vergleich und die Beachtung, wie Banken EZB-Änderungen umsetzen, können Verbraucher dennoch Wege finden, ihre Kreditkosten zu senken.






