Nürnberger Zoo plant Tötung von Pavianen – und erntet massive Kritik
Johanna PetersNürnberger Zoo plant Tötung von Pavianen – und erntet massive Kritik
Nürnberger Zoo steht wegen geplanter Tötung von Pavianen in der Kritik
Der Nürnberger Zoo sieht sich mit massiver Kritik konfrontiert, nachdem bekannt wurde, dass Teile seiner Gruppe von Guinea-Pavianen keulbar sein sollen. Die Einrichtung beherbergt derzeit über 45 Tiere – fast doppelt so viele wie die vorgesehene Kapazität von 25. Kritiker sehen darin ein Symptom für grundlegende Probleme im Populationsmanagement europäischer Zoos.
Als Gründe für die Überbevölkerung nennt der Zoo erfolgreiche Zuchterfolge, mangelnde Trennung fruchtbarer Tiere sowie fehlende Unterbringungsmöglichkeiten. Trotz Bemühungen, die überschüssigen Paviane umzusiedeln, gebe es laut Leitung keine geeigneten neuen Standorte. Daher schlägt die Zooleitung nun vor, den Bestand auf etwa 25 Tiere zu reduzieren – notfalls durch gezielte Tötungen unter Narkose.
Die Überpopulation hat zu vermehrter Aggression, häufigen Verletzungen und chronischem Stress unter den Pavianen geführt. Tierärzte warnen, dass die große Gruppengröße die soziale Struktur des Rudels destabilisiere. Tierschutzorganisationen werfen dem Zoo vor, keine langfristigen Zucht- und Vermittlungsstrategien entwickelt zu haben.
Die öffentliche Empörung wächst: Online kursieren Petitionen und Aufrufe zum Boykott. Der Zoo betont, zunächst nach kurzfristigen Lösungen zu suchen, bevor eine Keulung in Betracht gezogen werde. Dennoch hat der Fall die Debatte über die Wirksamkeit von Populationskontrollen in europäischen Zoos neu entfacht.
Die Entscheidung des Zoos bleibt umstritten. Tierschützer fordern bessere Planung, um künftige Überbelegung zu vermeiden. Sollte die Keulung durchgeführt werden, würde die Paviangruppe auf eine Größe nahe der ursprünglichen Kapazität der Anlage reduziert. Bis dahin sucht der Zoo weiter nach Alternativen – unter zunehmendem Druck von Aktivisten und der Öffentlichkeit.






