Ökonomin Schnitzer widerlegt Klischees über die Generation Z und ihre Arbeitsmoral
Philipp LangeÖkonomin Schnitzer widerlegt Klischees über die Generation Z und ihre Arbeitsmoral
Monika Schnitzer, Wirtschaftswissenschaftlerin an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Regierungsberaterin, widerspricht gängigen Vorurteilen gegenüber jüngeren Arbeitnehmern. Ihrer Ansicht nach meidet die Generation Z weder harte Arbeit noch Risiken, steht jedoch unter deutlich stärkerem finanziellen Druck als frühere Generationen. Gleichzeitig stellt sie den Beamtenstatus von Lehrkräften und Professoren in Deutschland infrage.
Schnitzer betonte, dass viele junge Menschen heute ihr Studium ohne Nebentätigkeiten nicht finanzieren könnten. Während ältere Generationen oft früh in Rente gingen, weil sie das Gefühl hatten, genug gearbeitet zu haben, tritt die Generation Z früher in den Arbeitsmarkt ein und arbeitet länger.
In den letzten 20 Jahren hat sich der Übergang ins Berufsleben durch längere Ausbildungszeiten, mehr Praktika und freiwillige Dienste wie den Bundesfreiwilligendienst (BFD) ab 17 Jahren verlängert. Die Jugendarbeitslosigkeit stieg Ende 2025 besonders in Regionen wie dem Rhein-Kreis Neuss an. Programme wie Prakti.GO (für 12- bis 14-Jährige), Berufsmessen wie die BvA-Zukunftsmesse 2025 und Berufsbildungszentren haben an Bedeutung gewonnen, auch wenn Daten zu spezifischen Branchen weiterhin begrenzt sind.
Schnitzer wies die Behauptung zurück, junge Arbeitnehmer würden Risiken scheuen oder sich in sichere Beamtenstellen flüchten. Stattdessen verwies sie auf strukturelle Probleme, darunter die finanzielle Belastung von Studierenden und die veränderten Rahmenbedingungen am Beginn der Berufslaufbahn.
Ihre Aussagen stellen gängige Annahmen über die Arbeitsmoral verschiedener Generationen infrage. Angesichts der höheren Kosten und längeren Wege in den Arbeitsmarkt für die Generation Z deutet ihre Analyse darauf hin, dass Bildungspolitik und der Einstieg in den Arbeitsmarkt neu bewertet werden müssen. Die Debatte erstreckt sich auch auf die Rolle von Beamtenstellen – einschließlich der Positionen von Lehrkräften und Professoren.